Schattenreich - Von Gedeih Und Verderb CD

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Beschreibung

http://www.musikreviews.de = 11/15 Punkte: Sieht auf den ersten Blick nach Grimness, Trueness und evil Old-School-Spirit aus. Moment, wer einen Gitarristen namens Boppel statt Abdominal Deflorator Of Supporative Death oder so in seinen Reihen hat, kann so misanthropisch nicht drauf sein. Und siehe da, das Bandfoto zeigt fünf junge Herren beim Stelldichein, der guten Laune nicht abgeneigt. Es ist zu befürchten, dass die gute Laune dem Austausch über den Umgang mit untreuen Ex-Freundinnen geschuldet ist, denen sie durch gewaltsame Vaginalerweiterung by knife ihren Standpunkt in Sachen Fremdgehen nonverbal schilderten. Nach Todeseintritt drückten die Schattenboys noch einen dicken Kackehaufen auf die einst Liebsten (ein paraphrasierter Lyrikauszug). Oder unsere Protagonisten eint schlicht die Liebe zum Black Metal, der, wie "Von Gedeih und Verderb" beweist, auf makabre Weise ebenso die Stimmung heben kann. Aber Einleitung beiseite, diese Band ist ernsthaft zu großen Taten fähig. In besten Momenten denkbar knapp am Gipfel vorbei, in schlechtesten noch immer überdurchschnittlich. Eine gute Stunde ohne dringendem Abschaltwillen. Genretypische Arbeit mit eigenen, zwar einfachen, dafür effektiven Details. Weder klirrend noch polternd, raue Klarheit. Irgendwie atmosphärisch, dennoch eher coolnessgeschwängerte Dramatik walten lassend. Durchweg eingängig gestaltet. Der Beginn, aus gegebenem Anlass mit "Intro" betitelt, stellt einerseits klar, dass SCHATTENREICH Standardwerke schwarzer Tonkunst intensiv aufgesogen haben, jedoch schwingen schwer am Schopf zu packende, rockende und rollende Elemente mit. Im folgenden Stück findet man thrash-unterlegte Strophen, im weiteren Verlauf des Albums immer wieder todesmetallische Fetzen. Mit "Peststurm" meldet sich ein definitiver Hit. Leider offenbart dieser auch das gesangliche Manko, Anomietes zieht sein "R" gern auf Rädern. Und das Pestthema, da war doch schon was Ähnliches. Ah ja, aber die Kolonie ist ja indiziert. Überhaupt erinnert Anomietes (auch bei Laudanum aktiv oder gewesen), nebst guten bis infantilen Textbeiträgen, nicht selten an den ER-Fronter (darf man den Namen überhaupt noch ausschreiben?). Zur Penetranz gereicht es glücklicherweise nicht, definitiv guter und der Abwechslung nicht abgeneigter Shouter. "Das Licht" ist der nächste offensichtliche Schlager, hm, schwarzer Pathos oder düstere Überheblichkeit. Davor und danach pendelt es zwischen "schonmal gehört aber trotzdem gut" und "hier ist mein Steilgehmove". Ach so und "Heimatlos" ist dann zwischendurch wieder mit das Beste. Danach darf jedes Bandmitglied seine musikalischen Vorlieben mal ausleben, nicht zum Nachteil der Songs: Mehr Death, nahezu gefühlvolle Backroundvocals und was hat es eigentlich mit dem immer wieder auftauchenden Akkordeonthema, bereits im Intro-Hintergrund mitschwebend und für sich allein stehend gern zwischen gestreut, auf sich. Sein Ende verläuft im "Outro", SCHATTENREICH verraten zuviel ihrer guten Laune. Aber wie gesagt: junge Herren. FAZIT: SCHATTENREICH treten Arsch, zwar mit Turnschuhen, aber stahlkappenbesetzt. Skipt man durch, klingt alles gleich. Hält man aus, winkt die Beinahbombenbelohnung. Die SCHATTENREICHsche Stirn dürfte bald mit den Händchen "Patsch!" machen aufgrund einiger lyrischer Patzer, musikalisch muss grob gefeilt werden, denn klar ist, SCHATTENREICH haben einiges auf dem Kasten. Sie müssen nur tiefer gehen, wo Comic-Figuren ihren Sinn verlieren. Dann kann es möglicherweise heißen: Pest ist Liebe. Sanella ist Backen. SCHATTENREICH sind die Pest. (Ingo Bergmann)