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Mortal Intention - Interviews


Interview Burn Your Ears Magazin Juli 2008


Vor gut zwölf Jahren gründete sich eine Band, die den Todesgedanken in Form von extremer Musik gepaart mit deutscher Sprache ausdrücken wollte. MORTAL INTENTION haben vor kurzer Zeit ihre neuesten Ergüsse anspruchsvollen Black Metals auf der Scheibe „Abglanz“ zusammengezimmert. Die interessanten Texte sprachen mich an, und somit bat ich die Band zu einem kleinen Interview.


Servus, wie geht’s euch und was macht ihr gerade?

Sei gegrüßt! Das Leben unsererseits passt, wir kommen zurecht und sind zufrieden. Es gab einschneidende Veränderungen bei jedem Einzelnen von uns, die das Leben doch lebenswerter und aufregender machen. Alles entwickelt sich, und wir wollen Teil dessen sein.


Ihr seid jetzt schon seit zwölf Jahren aktiv. Wie ist denn die Idee entstanden, unter dem Namen „Mortal Intention“ Musik zu machen?

Idee? Schwer zu sagen. Ich würde es eher als nötige Konsequenz aus unserer Musikversessenheit betrachten. Ja, das passt ganz gut, denke ich. Wir waren Anfang der neunziger Jahre einfach total begeisterte Musikfreaks. Fast täglich entdeckte man neues an Bands, Stilen usw.! Wir waren begeistert von musikalischen Strömungen, die es so für uns vorher nicht gab. Ich z.B. bin 1989 mit KREATOR in Kontakt gekommen, hörte den Song „Total Death“ auf Radio DT64 und war schlichtweg vom Hocker gehauen, und dabei blieb es bis heute.
Die Jahre danach folgte Vieles, neue Richtungen und Interpretationen von extremer Musik entstanden. Wir sind begeisterte Metalheads, was uns gefällt hören wir uns an, egal ob das nun Death, Black, Heavy oder sonst was an Metal oder Ähnlichem ist. Wir sind keine engstirnigen, verbohrten Typen, die in Schubladen denken. Davon gibt es ja heute zuhauf. Die Leute haben vergessen, quer denken zu können.
Naja, schlussendlich kamen Christian und ich 1996 auf den gemeinsamen Nenner, unsere musikalischen Vorlieben endlich auch auszuleben. Das textliche Grundkonzept sollte der Band den Namen geben. Damals ein gedanklich eher noch eng gestecktes Themenfeld, welches ich mir bis heute, aufgrund viel größeren Erfahrungsschatzes, beibehalten und ausbauen konnte.
Vieles dreht sich um Dinge wie Sterben, Tod aber auch Leben. Angst, Liebe und Hass sind ebenfalls Emotion und Teil der dargestellten Thematiken. Es geht viel um Trauer, aber auch Sarkasmus. Blasphemie war lange Zeit ein prägnantes Thema in den Texten MORTAL INTENTIONS. So gesehen passt dann die deutsche Übersetzung (=Todesgedanke) sehr gut.


Aus welchem Grund habt ihr euch dazu entschieden, deutsche Lyrics zu verwenden?

Entschieden haben wir uns so gesehen nicht. Das war einfach so, ohne viel Gedanken daran zu verschwenden, warum und weshalb nun eigentlich. Es passt, es passt sehr gut zu MORTAL INTENTION.
Unsere Texte sind, wie auch unsere Musik, vollkommen eigen, und das macht uns aus. Unsere Kunst, unser Ausdruck, unsere individuelle Art, Dinge zu machen. Wir denken nicht daran, das muss jetzt so oder so sein. Was passt, das gefällt. Heute haben wir das Selbstbewusstsein, das genau so zu machen. Wir sind nicht abhängig, das ist unser riesen Vorteil. Bei uns können die Leute immer etwas Besonderes erwarten, denn wir kopieren oder wiederholen nicht!


Entgegen der ungewöhnlichen Wortwahl des letzten Albumtitels „Latent Letal“, fand ich die Scheibe eingängiger als die neue („Abglanz“). Gab es da große Unterschiede im Entstehungsprozess?

Ja, gab es. „Beflecket Fleisch“, „Sic Luceat Lux“ und „Latent Letal“ sind auf eine fast identische Art und Weise entstanden, und das hört man, wie ich finde. Die Alben sind sich von Struktur und Stil rher echt ähnlich.
Bei „Abglanz“ war die Herangehensweise anders. Effizienter und mit mehr Zeit zum Ausprobieren, was der Musik zu 100 Prozent gut getan hat. Wir haben erkannt, wo unsere Stärken liegen und haben angefangen, an ihnen zu arbeiten. „Abglanz“ stellt erst den Anfang dessen dar, zu was wir fähig sind und sein werden. Wir haben bisher erst an der Oberfläche gekratzt. Aber insgesamt gesehen finde ich das neue Album viel eingängiger als „Latent Letal“. Das Vorgängeralbum war über weite Strecken viel komplexer vom Riffing. Auf „Abglanz“ hingegen wurde mehr Wert auf andere, dem Song im allgemeinen dienlichen, Elemente gelegt.


Hattet ihr bestimmte Einflüsse, die das aktuelle Album experimenteller werden ließen?

Nein. Wir haben einfach gemacht und versucht, uns nicht selbst zu limitieren. Das kann manchmal gar nicht so einfach sein, da du deine inneren Schranken wegsprengen musst, um bestimmte Dinge einfacher zu sehen. Unsere Musik spiegelt uns wider. Wer sie hört, spürt uns in gewisser Hinsicht als Mensch.
Was hat euch dazu bewogen, in dem Stück „Der dunkle Reiter“ einen leicht verfremdeten Kinderreim zu verwenden? („Ich bin der dunkle Reiter, wenn er fällt dann schreit er, fällt er zu den Raben, dann fressen ihn die Maden“)
Wenn man die Metapher versteht, versteht man den Song. Die Nummer ist Lebenssarkasmus. Wer den Song bzw. den Text als primitiv oder gar lustig abtut, hat ihn leider gar nicht verstanden.


Mir sind auch einige andere Motive aufgefallen, wie zu Beispiel „er weiß es“ oder „der Herrgott gab’s, der Herrgott nahm’s…“. Nun die Gretchenfrage: Wie habt ihr’s mit der Religion?

Gar nicht.


Kann Black Metal auch positive Inhalte haben? Mir kam es in „Sehend was nun kommt“ fast so vor.

Wie will man das sehen? Wenn du den Tod als große Reise verstehst und du mit großen Vorerwartungen auf sie zugehst, dann kannst du den Text als positiv empfinden.


Auch wenn „Abglanz“ recht roh produziert ist, enthält es eine große Vielfalt an Klängen. Bedeutet das, dass zukünftig auch eine ganz andere musikalische Richtung eingeschlagen werden kann?

Nein. Unser musikalisches Grundgerüst ist Metal, die dargestellte Symbolik und Epik das prägende Äußere auf „Abglanz“. Wie sich das in Zukunft gestalten wird, kann ich nicht sagen. Es fließt. Es ist alles nur ein ständiges Variieren. Im Prinzip bleibt es sich immer gleich.


Werdet ihr nun euer neues Album live auf die Bühne bringen, oder seid ihr schon wieder am Werkeln für eine neue Scheibe?

Wir haben gespielt und werden noch ein paar Gigs spielen. Vielleicht kommen noch welche dazu, wir werden sehen. Wir hatten nach „Abglanz“ weitere Songs aufgenommen, die für eine noch kommende Split CD geplant sind. Des weiteren arbeite ich schon an neuen Songs, die definitiv überraschen werden.


Habt ihr Lieblingsbands, die ihr gerne privat hört oder mit denen ihr auch gerne mal auf der Bühne stehen würdet?

Natürlich, aber das wandelt sich teilweise. Es gibt Konstanten, aber auch intermittierendes. Da gibt es bei jedem von uns unterschiedliche Bands. Spielen würden wir mit allen Bands der Welt, haben da keine Berührungsängste. Das erweitert nur den eigenen Horizont, nicht ständig von seinesgleichen umgeben zu sein.


Das obligatorische Schlusswort geht an dich, während ich schon einmal „Vielen Dank“ sage.

Ich bedanke mich ebenfalls bei dir für deine gestellten Fragen und die uns dargebrachte Unterstützung.




Interview Metal Message Oktober 2007


Ausufernd epische Tristesse


Mortal Intention – ein enorm symbolträchtiger Gruppenname, welcher sinnbildlich für die entseelte Leidenschaftslosigkeit der modernen Wohlstandsgesellschaft steht. Sänger und Tastenmann Tobias, die beiden Gitarristen Christian und Dirk sowie Tieftoner Elko samt Trommler Norman stehen wiederum für eigenständigen Black Metal. Im Jahr 1996 voller Tatendrang durch die Gründungsväter Christian, Tony und Tobias ins harte Dasein gerufen, feilten die Beteiligten nachfolgend an ihrer ganz speziellen abwechslungsreichen und atmosphärischen Schwarzmetallstilistik, welche sich damals noch vermehrt todesmetallischer Elemente bediente. Knapp ein Jahr später, nach ersten diversen obligatorischen Besetzungswechseln und dem offiziellen Bühnendebüt, erfolgte die allererste Veröffentlichung eines auf 200 Exemplare begrenzten und rasch vergriffenen Demonstrationstonträgers. In Sachen spieltechnisches Können, Stückzahl und Nachfrage der Hörer übertraf die nachfolgende Demo-Kassette den Vorgänger. Der dritten Darbietung 1999 namens „Wintermond-Promo“ warfen Mortal Intention im Jahr 2000 das brachiale und sehr extreme Debütalbum „Beflecket Fleisch“ in 500er Stückzahl in Eigenregie hinterher. Das individuell gehaltene Schaffen der gehässigen Horde erfuhr aufgrund großer Ideenvielfalt einigen Anklang in der größer werdenden Szene. Das zweite Studioalbum „Sic Luceat Lux“ erzielte aufgrund des gebotenen Inhalts im Untergrund des Metiers gar stark in zwei Seiten polarisierende Wirkung. Und der linientreuen Gruppe selbst war dies nur recht, sie wollte und will nämlich absolut kein Mittelmaß sein. Massiv untermauert wird dies vom aktuellen Studioalbum „Abglanz“, welches Anlass zum hier niedergeschriebenen Zwiegespräch mit Vokalist Tobias bot.



Dieser erläutert mir zu Beginn: „Als zurückhaltend würde ich uns nicht bezeichnen. Wir scheuen inzwischen so ein bisschen die Masse an Mensch, da uns vieles heute einfach zuwider ist. Je älter wir werden, desto mehr hinterfragen wir bestimmte Dinge, die unsere Gesellschaft beziehungsweise das gesamte Leben betreffen. Alles wird perfider und verrückter, die Menschen – egal welcher Zugehörigkeit oder Interessengruppe – pervertieren sich stärker. Ich für meinen Fall muss bestimmte Dinge einfach nicht mehr haben. Ich konzentriere mich nur noch auf das, was mir sinnvoll und wert erscheint. Was die Band und somit die Öffentlichkeitsarbeit betrifft, ist das eine leicht andere Sache. Mortal Intention ist sicherlich nicht unbedingt die populärste Band, aber wir haben immer versucht, das für uns Optimale zu erreichen. Man muss sehen, wir sind eigentlich immer auf uns selbst gestellt gewesen und deshalb gibt es dahingehend sicherlich Defizite beziehungsweise kann man noch mehr machen. Wir haben das für uns in der jeweiligen Situation Machbare unternommen, so das diejenigen, die ein ehrliches Interesse an der Musik und Band Mortal Intention hegen, auch in Erfahrung bringen konnten, was es Neues gibt beziehungsweise auch Hintergrundinformationen erlangen konnten wie beispielsweise Interviews etc.“


Das Vorgängeralbum „Latent Letal“ bezeichnet der Frontmann im Weiteren als die konsequente Weiterentwicklung von „Sic Luceat Lux“: „Brutal, aber mit Schwerpunkt auf unsere episch melodischen Arrangements. Das soll heißen, das „Latent Letal“ verspielter ist, teilweise recht komplex und für den ein oder anderen schwer zugänglich, aber das kommt immer auf den Standpunkt an. Wir selbst sehen es eher als kleinen Schritt, wieder mehr zurück zu unseren Wurzeln. Und das haben wir auf unserem neuen Album weiter verfolgt. Triste und epische Arrangements, teilweise ausufernd. Ich für meinen Teil muss sagen, das „Abglanz“ kompromisslos ist, egal in welche Richtung: Im Songwriting wurden keine Kompromisse gemacht, deswegen bezeichne ich die neue CD auch als unser von der Stilistik kompaktestes Album. Grund dafür ist auch eine veränderte Arbeitsweise dahingehend, die aufgrund beruflicher und persönlicher Situation mit unserer früheren nicht mehr vergleichbar ist! Wir haben uns viel angeeignet, gerade auch in technischer Hinsicht. „Abglanz“ hat dahingehend auch den mit Abstand professionellsten Sound unserer Veröffentlichungen!“


Die zwischenmenschliche Chemie in dieser Horde funktioniert laut erfreutem Bekunden von Tobias besser als jemals zuvor. „Wir proben relativ selten, aber wenn wir was machen, dann ist es produktiv. Wir arbeiten alle aktiv, jeder macht sich Gedanken, probiert aus. Die Songs sind somit extrem gewachsen. Unsere Linie ist fest, wir wissen inzwischen, wohin der Zug fahren soll, und daran arbeiten wir. Wir verstehen uns gut und der Vorteil ist auch der, dass aufgrund, dass wir uns nun schon ewig kennen, man sich auch mal was sagen kann, ohne dass der Andere sich das gleich zu persönlich nimmt.“


Das neue Albumcover sieht einfach nur noch klasse aus, wie ich finde – so schön dezent und vor allem zeitlos. Der Sänger hierzu: „Hat auch lange gedauert, bis es da war wo es jetzt ist. Ich habe noch nie so lange an einem Layout für eine CD gearbeitet. Es ist absolut passend.“


Was den Albumtitel selbst anbelangt, so fragte ich gezielt nach, ob da ein Bezug zu den Liedertexten der neuen Scheibe besteht. „Ja. „Abglanz“ ist der Titelsong, aber im Prinzip war es schon immer so, das der CD-Titel der jeweiligen Scheibe so gewählt ist beziehungsweise war, dass er eine Art Zusammenfassung der gesamten lyrischen Thematik ist. „Latent Letal“ beispielsweise ist ein sehr nachdenkliches Album, oft persönlicher Natur. Dies wurde auf „Abglanz“ weitergeführt: Trister, hoffnungsloser aber auch mit einem gewaltigen Schuss Sarkasmus. Klingt alles sehr ungewöhnlich, und das ist es auch.“


So drehen sich die neuen Lyriken laut Tobias um Themen wie Tod, Leben, Angst, Trauer, Verlust, Trennung, Schmerz, Wut, Hass, Hoffnung und Liebe.“ Die neuen Kompositionen von Mortal Intention sind wirklich sehr gut geworden – wie erklärt sich der Vokalist eine solch massive Steigerung? Wir erfahren: „Die Qualität ist auf unseren vergangenen CDs ebenfalls vorhanden gewesen, bloß nicht so gut umgesetzt und nicht so auf das Wesentliche konzentriert – ein zu kompliziertes Denken herrschte bei uns damals selbst vor.“


Das Komponieren der Lieder für das neue Album ging sehr schnell, so Tobias: „Keine Kompromisse eben. Einer hat alle Songs grundlegend geschrieben und zusammen wurden die Arrangements dann angepasst und umgesetzt. Einige Sachen wurden sogar erst während der Aufnahmen ergänzt. Uns hat die Arbeitsweise sehr gut gefallen, da sie offensichtlich effektiv ist, uns in unserer zeitlichen Begrenzung gut entgegen kommt und wir trotz allem musikalisch keinerlei Einbußen machen. Das Ergebnis spricht für sich. Wir sind stolz auf das neue Album!“


Und das kann diese beständige Schwarztruppe auch sein. Große beziehungsweise tragisch anmutende Momente, an denen es nicht mehr weiterzugehen schien, traten während des Kompositionsprozesses zu „Abglanz“ glücklicherweise nicht auf. Tobias: „Für uns wäre es bloß frustrierend am Fleck zu treten. Aber ich denke, das kann uns niemand ob unserer bisherigen Entwicklung vorwerfen beziehungsweise müssen wir uns das nicht selbst. Ich bin aktuell so motiviert, das mir schon zukünftige Dinge durch den Kopf gehen – gerade in Hinblick auf optimale Umsetzung der Lieder wollen wir noch diverse Dinge für uns optimieren.“


Was musikalische und lyrische Inspirationen angeht, so lässt sich der Sänger nur von seinen inneren Gefühlen, Stimmungen und Gedanken leiten, wie er mir offenbart. Interessant: „Ich will meine Stimmungen und Gefühle so gut wie möglich umsetzen. Wir wollen berühren, egal welcher Natur. Wenn wir bei jemandem was erreichen, Bilder in seinem Kopf erzeugen, dann ist er in unserer Ebene eingetaucht. Früher war das bei uns natürlich auch anders, da herrschten teilweise andere Thematiken vor. Aber man entwickelt sich, man wird erwachsen. Manche Sachen sollte man nicht x-mal wiederholen, sich nicht selbst tausendfach kopieren. Wie schon gesagt, wir hassen es am Fleck zu treten. Emotion und Leben ist ein breites Feld, es gibt im Prinzip einen unendlichen Umsetzungsspielraum. Wir selbst versuchen uns keine Grenzen mehr zu setzen. Vor einigen Jahren waren wir dahingehend auch noch zu beschränkt, wir selbst hatten uns eigene Grenzen gesetzt, immer mit der Angst im Nacken uns hoffentlich nicht selbst zu „verraten“. Das ist uns inzwischen scheißegal – denn wir sind mittlerweile so gut gefestigt, unsere künstlerischen Belange genau so umzusetzen, wie es nötig ist.“


In der deutschen Schwarzmetall-Szene entwickelte sich Vieles zum Negativen hin. Doch darüber denkt ein Mensch wie Tobias laut eigenem Bekennen kaum noch nach. „Es interessiert mich nicht. Alles hat Vor- und Nachteile. Bands sollten ihre Möglichkeiten nutzen, da ist nichts Verkehrtes dran. Solange sie sich dabei selbst im Spiegel ansehen können. Die Entwicklung ist einfach eine Popkultur. Die Labels orientieren sich am jeweils aktuellen Trend, der vom normalen Hörer diktiert wird. Mal ist das Death Metal, dann Black, und dann aktuell Pagan, Viking und sonst was an Metal. Was sich verkauft wird produziert. Das war schon immer so, auch in unserer Szene – es ist eben bloß professioneller geworden, das durchaus. Aber da sehe ich nichts Negatives. Es gibt keine Unterschiede mehr zur typischen „Bravo“-Kultur, auch wenn das die Meisten nicht so sehen wollen, aber die Parallelen sind zu offensichtlich. Aber ich bin der Meinung, lieber eine Metalband in den Charts als die ewig gleiche Popgrütze. „Szene“ an sich gibt es für mich nicht mehr, nur noch auf lokaler Ebene oder zu einigen wenigen Bands hin, die sich immer noch die Treue halten. Also Werte, für welche früher der komplette Underground stand.“


Ich erkundigte mich im Weiteren danach, in welchem Teil der Erde Mortal Intention die meisten Anhänger haben beziehungsweise ob die Band auch Fan-Post aus eher exotischen Ländern bekommt. „Wir konnten die „Sic Luceat Lux“ auch recht gut in Süd-Amerika und auf den Phillippinnen absetzen und haben da entsprechenden Background erhalten. Aber insgesamt konzentriert sich bei uns doch alles auf Europa, zumeist Deutschland, Österreich und die Schweiz.“


Den Spaß daran und die Freundschaft zueinander innerhalb der Gruppe bezeichnet Tobias als noch immer größten inneren Antrieb, um genau diese Art von Musik zu kreieren. „Auch das Gefühl möchte ich nicht missen, wenn musikalische Ideen erstmalig umgesetzt werden. Ich glaube, das kann nur jemand nachvollziehen, der ebenfalls ernsthaft an seiner eigenen Kunst interessiert ist, ganz egal welcher Art. Wer unsere Musik hört, fühlt einen Teil von uns!“


Auch zum Thema MySpace konnte ich dem Mortal Intention-Frontmann noch eine Aussage entlocken: „Neue Zeiten, neue Wege. Eigenwerbung. Ich habe auf MySpace schon einige Perlen entdeckt, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Was ich nur lächerlich finde, ist, dass manche Bands beziehungsweise Projekte offensichtlich so narzisstisch veranlagt sind, das zum MySpace-Band-Profil noch jedes Bandmitglied sein eigenes persönliches Profil erstellt. Soviel Selbstdarstellung schadet nur auf Dauer – definitiv.“


Die Definition für den Begriff Erfolg ist laut Tobias nicht mit Zahlen in Einklang zu bringen. „Höre dir all unsere Demos und CDs in chronologischer Reihenfolge von unten nach oben durch und schreibe mir dann was dir dabei in den Kopf kommt. Das ist unser Erfolg! Hoffnung für die Zukunft schöpfen wir aus unserem inneren Drang, uns immer besser musikalisch zu verwirklichen. Es gibt da faktisch keine Begrenzung. Vielen Dank für die Befragung, Markus!“ Sehr gerne gemacht, zumal bei solch´ spitzenmäßiger Schwarzmetallmusik.


© Markus Eck
(22.10.2007)



Erhältlich
seit 28.05.2010


Odroerir
„Götterlieder II“ CD


Alkonost
„On The Wings Of The Call“ CD


Finsterforst
„Urwerk“ Digi-2-CD


Horn
„Distanz“ CD

frühere
Veröffentlichungen

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