Way To End - Desecrated Internal Journey CD

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Beschreibung

the-pit.de = 9/10 Punkte: Der Titel verheißt nichts Gutes. Im Geiste wappnet man sich schon mal prophylaktisch gegen blasphemische Texte, ultraböses Geschredder, klischeebeladenes Dicke-Eier-Rumgepose und was sonst noch so zu den üblichen Black Metal-Riten gehört. Way To End bieten all das - abgesehen von dem allzu nervigen Posing - und noch eine ganze Menge mehr. Die vier Franzosen, die unter den Pseudonymen Hazard (g, voc), Rust (g, backing voc), Decay (dr, voc) und Hzxllprkwx (b, backing voc) agieren, mischen die gewohnte Black Metal-Brutalität mit progressiven Elementen und einer gewaltigen Portion Leid. Über die Biographie der Band schweigen sich die Musiker aus. Gefunden haben sich die vier Leidensgenossen erst 2006; umso erstaunlicher ist die Homogenität ihres bereits im September erschienenen Debüts "Desecrated Internal Journey". Trotz hörbar unterschiedlicher Einflüsse klingt die Platte wie aus einem Guss, ohne jedoch auch nur im Geringsten langweilig zu wirken. Tatsächlich prasseln die Eindrücke beim Hören nur so auf einen ein. Die Platte bläst mit einem Intro zum Angriff, das jedem Horrorfilm zur Ehre gereichen würde und die schaurige Atmosphäre wird die kompletten knapp vierzig Minuten beibehalten. "A Step Into The Void" baut eine unglaublich gruslige Stimmung auf; die Gitarren wirken zu Anfang, als wären sie nicht richtig gestimmt, doch schon nach wenigen Sekunden wird klar, dass das durchaus so gewollt ist. Überhaupt breiten Way To End einen Klangteppich aus, der zuerst chaotisch wirkt, jedoch genau durchdacht ist und in dem alle noch so winzigen Details miteinander verknüpft sind. Der Gesang, bei dem sich alle vier Bandmitglieder voll und ganz austoben können, deckt das gesamte Spektrum von tiefen Growls über höhere Schreie bis hin zu bitterbösem Flüstern ab. Es kann beinah nicht besser kommen, könnte man meinen, Way To End halten das Niveau jedoch scheinbar mit Leichtigkeit: "At The Threshold" geht zwar etwas geradliniger und weniger verschnörkelt zu Werke, klingt aber ebenso leidend wie sein Vorgänger. Hier koexistieren die Melodien und stimmungsvollen Arrangements im Stil der frühen Katatonia neben dem quälenden Gesang und der spürbaren Verzweiflung der schwedischen LIfelover. Zusätzlich besticht der Song durch die absolut brilliante Gitarrenarbeit der beiden Saitenmänner Hazard und Decay und den vielschichtigen Gesang, was bei zwei Sängern und zwei Backgroundsängern absolut kein Wunder ist. "Unconscious Evocation Of A Neverending Search" kommt leicht skandinavisch daher, startet es doch mit einem sehr ruhigen, stimmungsvollen Intro, bevor wieder progressives Geschredder auf höchstem Niveau einsetzt. Dass Way To End experimentierfreudiger sind, als es für eine Black Metal-Combo üblich ist, haben sie schon bewiesen, treiben es jedoch bei "The Sore Of Creation" auf die Spitze: Die Gitarren, die sich im Hintergrund breitmachen, klingen wie Polizeisirenen, man wird entführt in ein leicht konfuses Instrumentalchaos, das die schizophrene Atmosphäre der Platte nur noch mehr unterstreicht. Mit dem von einer großartigen und einprägsamen Gitarrenmelodie dominierten Outro findet die Scheibe viel zu schnell ein Ende. "Desecrated Internal Journey" ist eines der psychopathischsten, schizophrensten Alben, die mir je untergekommen sind, ohne jedoch gewollt geisteskrank oder gar wie eine Parodie der Szene zu wirken. Way To End haben - im Gegenteil - ein verstörendes, erfreulich einheitlich klingendes Werk geschaffen, das den Hörer mitnimmt auf eine Achterbahnfahrt der Qualen und am Ende völlig desorientiert wieder ausspuckt. Großartige Musik und genialer Gesang tun ihr Übriges, um dieser Platte zu einem absolut hohen Suchtpotenzial zu verhelfen. (Katharina Neuert)