LIK - The Second Wind CD

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Beschreibung

www.stormbringer.at = 3,5/5 Punkte: Nachdem die ersten drei Alben des schwedischen Ein-Mann-Projekts LIK, dessen stilistische Ausrichtung man irgendwo zwischen rohem Black Metal, Rock'n'Roll und Folk verorten kann, vom russischen Label Frostscald Records in liebevoll neugestalteter Aufmachung im letzten Jahr wiederveröffentlicht wurden, dachte sich Mastermind Graav, auch bekannt durch sein Engagement bei ARMAGEDDA und LÖNNDOM, dass er das mittlerweile auf Eis gelegte Projekt doch reaktivieren könnte. Aus diesem Entschluss heraus entstand dann wohl der neueste Streich mit dem etwas kryptischen Titel 'The Second Wind', bei dessen Aufnahme Graav, der sich nun auch Stoif nennt, erstmals auf einen Sessionmusiker, nämlich auf den durch die Depressive Black Metal Band SORGELDOM bekannten JM, vertraute. Der eigenwillige Künstler scheint auf seine alten Tage noch richtig wandlungsfähig zu werden. Dieser Eindruck wird durch den nicht mehr schwedischen Albumtitel noch bestärkt. In musikalischer Hinsicht verhält man sich im Hause LIK jedoch sturer und minimalistischer denn je zuvor. Die Gitarren sägen blechern, während die Drums unterproduziert scheppern, dass es eine wahre Freude ist. Von eventuellen Bassspuren kann man kaum etwas vernehmen. Doch den größten Sturheitsfaktor machen die klaren Vocals aus, von denen die Musik LIKs seit jeher lebt. Monotone Riffs gepaart mit Graavs tiefem Organ: Diese Kombination lässt wie nichts anderes das Bild einer verlassenen schwedischen Landschaft vor dem inneren Auge des Hörers entstehen. Man spiele nur einmal erstklassige Songs wie 'The Other Realm' oder 'Kallad till Bortgång' an und lasse die unglaubliche Schwermut, die von diesen Stücken ausgeht, auf sich wirken. Doch neben all dieser Langsamkeit und Schwere gibt es natürlich auch einige räudige Geschwindigkeitsausbrüche zu vermelden. Während der Anfang von 'Death Breeder' klingt, als würde er aus der Feder der grandiosen HELLHAMMER stammen, lässt bei 'A Filthy Ride' der gute Lemmy von MOTÖRHEAD grüßen. Ebenjenes hohe Maß an Abwechslung macht den eigentlichen Reiz von 'The Second Wind' aus. Während Graav auf den älteren Veröffentlichungen immer einer Art Konzept zu folgen schien, hat er die neue Scheibe scheinbar nur mit dem Material gefüllt, nach dem ihm gerade der Sinn stand. Und somit ist natürlich die volle Palette an Stilrichtungen abgedeckt, was den Hörvorgang umso aufregender gestaltet. Auf einem Album einerseits folkige Melancholie und gleichsam versifftesten Rock zu vernehmen, so etwas gibt es wirklich selten. Trotzdem sollen diese Lobeshymnen nicht davon ablenken, dass 'The Second Wind' auch seine Schwachstellen hat. Manche Songs bleiben auf Dauer einfach nicht hängen und langweilen ('The Delusionist') im schlimmsten Fall sogar. Alles in allem hat Graav aber ein bemerkenswertes Comebackwerk aufgenommen, das Anhänger obskurer Tonkunst ihrer Musiksammlung schnellstens einverleiben sollten. Der 'normale' Metalkonsument dürfte aber wohl eher Abstand wahren. Wertung: 3.5 von 5.0 Autor: Johannes Deml