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Horn - InterviewInterview für metal1.info
Grüße Nerrath! Grüss dich, Patrick.
- Die Demos stellten mehr oder weniger die nötige Vorarbeit für die Alben dar…Herantasten, Experimentieren, oder, wie man so schön sagt, „den eigenen Stil suchen bzw. finden“. Demnach unterscheiden sie sich doch recht deutlich von den beiden Alben, da eben diese auf sich ähnelnden musikalischen Pfaden wandeln, wie ich zumindest im Nachhinein zu glauben pflege…was sich zwischen beiden Alben ein wenig geändert hat, ist lediglich die Thematik, die Produktion und die Instrumente an sich.
- Den Dank nehme ich entgegen…Fortschritt und Ausgereiftheit sehe ich als natürlichen Prozess, der sich zumindest bei neueren Bands/Projekten wie Horn abzeichnen sollte, an. Man lernt über die Zeit seine Instrumente besser zu handhaben und mit mehr Sorgfalt und Struktur an die Sache ranzugehen. Fehler finde ich schon einige an dieser Scheibe, und das nicht erst im Nachhinein. Aber damit kann ich leben, den eine „perfekte“ Scheibe aufzunehmen maße ich mir nicht an. Rezensionen hab ich mir generell nicht zu Herzen genommen, eher „Meinungen“ von diversen Leuten, auf die ich vertrauen konnte.
- Ja, das hast du schon ganz richtig erkannt. Erstens bin und war ich seit jeher ein grosser Fan der englischen Sprache und habe allein durch den Umgang mit Englisch einiges an Erfahrungen gesammelt. Zweitens ist es aufgrund bestimmter phonetischer Umstände um Längen einfacher einen Text in Englisch zu kreieren und umzusetzen. Hinzu kommt noch der Nebeneffekt, dass sich Nicht-Deutschsprachler auch mal einen kleinen Eindruck dessen verschaffen können, worum es bei Horn thematisch geht.
- Nun, eigentlich galt mein Interesse ursprünglich „Einheit Produktionen“, „Black Blood“ kam ja erst später durch die Gründung dieses Labels ins Spiel. Ich hatte seit der 2. Demo Kontakt zu Olaf und hab ihm fortan meine Scheiben rumgesandt. Er hat dann zeitgleich den Verlauf von Horn miterlebt und man ist über die Zeit öfter aufeinander getroffen und hat sich ausgetauscht. Dadurch habe ich auch Björn kennengelernt, der letztendlich die Idee zu diesem neuen Label hatte. Und da ihm meine Scheibe recht zugesagt hat, hat sich das ganze dann nach einigen Verzögerungen und Haken realisieren lassen. Im Endeffekt ist Horn auch eher auf „Black Blood“ als auf „Einheit“ zu geschneidert, da ich meine Musik selbst nicht dem Pagan Metal zuordnen würde.
- Da steckt schon ein tieferer Sinn dahinter…Bilder, die mir vertraut sind, mit denen ich tiefe Gefühle assoziiere. Die Bilder der beiden Demos sind in meinem Heimatort gemacht worden, bzw. in der Natur, die ihn umgibt und in der ich oft war und viel erlebt habe. Die Aufnahme des 1.Albums stammt aus einem kleinen Ort hoch in den Alpen, in denen ich auch mittlerweile viele Tage verbracht habe. Auf dem 2.Album ist eine beeindruckende Landschaft in Südwestfalen/Sauerland zu sehen…auch dort habe ich mich oft aufgehalten. Du siehst, die Auswahl ist keine zufällige…
- Hm, dass ist etwas übertrieben ausgedrückt…es waren durchschnittliche Kritiken, soweit ich weiss. Nun, aus heutiger Sicht würde ich aber auch nicht mehr erwarten. Es waren, wie gesagt, Experimente, unausgereifte Werke…
- Die Alpen sind für mich der Gegenpol zur heimischen Natur….die unbekannte, weite und atemberaubende Ferne. Sie spiegeln das Fernweh wieder, dass dem Heimweh thematisch gesehen, sofern es Horn anbelangt, oft als Kontrast entgegensetzt wird. Beide Gefühle sind grundlegend und beherrschen das Leben…öfter als man es wahrhaben will.
- Nun, ich denke diese Frage kannst du dir selbst beantworten.
- Deine eventuelle Vermutung, dass die heimische Natur nicht thematisiert wird, ist nicht korrekt. Diese hatte und hat immer noch einen ebenso hohen bzw. höheren Stellenwert wie die „ferne“ Natur.
- Horn hat für mich vielerlei Bedeutungen. Ich möchte darauf an dieser Stelle allerdings nicht weiter eingehen…
-Ja, das stimmt, so habe ich es zumindest vor 2 Jahren auf der Homepage verlauten
lassen. Ich mag den Begriff „Gedicht“ allerdings mittlerweile nicht
mehr wirklich gern, da ich bei Gedichten zu oft an weltfremde, missverstandene
Sensibelchen denken muss. Ich werde diesen üblen Beigeschmack nicht mehr
los nachdem was ich in den letzten Jahren so mitbekommen habe. Meine „Gedichte“
waren eigentlich von vorne herein als einfache Liedtexte gedacht, die sich ab
und an reimen…also kurz gesagt das Mittel, meiner Musik irgendein spezifisches
Thema zu verleihen.
- Interessante Frage. Es wäre ein vertrauter Ort, an dem keine Worte nötig
sind, an dem man lediglich aufnimmt und die Zeit vergisst, ein Ort, der in exakter
Übereinstimmung mit den Gefühlen steht, die man zu dem Zeitpunkt hegt…eine
Waldlichtung in der warmen Abenddämmerung, eine trostloser Tag im herbstlichen
Blättergewirr, ein eisiger klarer Wintermorgen in Eis und Schnee.
- Die Momente und Zeiten aus der vorherigen Anwort treffen genau darauf zu…
- Hehe, das ist definitiv eine kreative Fragestellung. Aber über eine Antwort darauf habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht bzw. werde es wohl auch nicht.
- Auch darüber habe ich mir noch keine konkreten Gedanken gemacht. Horn genießt wie andere auch Einflüsse von diversen Bands, thematisch und auch musikalisch. Allerdings passiert das meist unterschwellig und fragmentartig, so dass ich konkret keine Namen nennen könnte.
- Ja, da hast du recht! Ich selber halte allerdings wenig von der Einstellung vieler dieser Gruppen, die Natur als obligatorische Randerscheinung der üblichen Pagan Metal Inhalte zu thematisieren. Oder sagen wir so es so: Ich finde es durchaus annehmbar, die Natur einzubringen, auch das ist meiner Meinung nach ein grundlegender Bestandteil des Pagan Metals. Ich sehe viel eher das Problem darin, das man teilweise dazu neigt, bestimmte tiefere Details der Natur anzureissen, sie aber nicht vollständig auszuführen. Als Beispiel wären da Scheiben genannt, auf denen nur einzelne Textpassagen oder Lieder konkret der Natur gewidmet sind, der Rest sich allerdings wieder populäreren Sachen zuneigt. Ich denke, dass sich zu viele verschiedene Aspekte einfach beissen und unschlüssig wirken.
- Ja, das ist mir bekannt. Und um es vorweg zu nehmen: Ich bin nicht sehr froh
darüber.
- Man dankt…auch für die engagierte Fragestellung.
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Erhältlich
Odroerir
„Götterlieder II“ CD
Alkonost
„On The Wings Of The Call“ CD
Finsterforst
„Urwerk“ Digi-2-CD
Horn
„Distanz“ CD frühere
Veröffentlichungen |
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