Einheit-Produktionen Black-Blood-Records
Suche Sitemap Impressum




Werbung
Metalmessage

Optic Nerve

Dragon Design

Trollhorn Magazin

Metalmessage 5 out soon


Black Messiah - Interviews


Das Interview war für ein Onlinemagazin: www.metal-mirror.de


Interview mit:
Zagan, Hrym, Surthur, Drahco, Meldric und Zoran


Datum: 08.07.2005


Von: Dorian


Einleitung:
Black Messiah sind ein Stern am aufstrebenden Pagan- / Vikinghimmel und eine Bereicherung für die deutsche Szene auf diesem Sektor. Auf dem Ultima Ratio-Festival hatte ich die Möglichkeit mit der kompletten Band nachdem sehr gelungenen Auftritt zu sprechen und nachdem mich der Drummer darüber aufgeklärt hat, warum er als einziger Drummer ein eigenes Drumset mitgebracht hat, kann das Interview unter freiem Himmel vor der Zeche Carl stattfinden, in welchem sich besonders Sprachrohr und Frontmann Zagan als äußerst gesprächiger und intelligenter Interviewpartner entpuppt.


Interview:
Dorian: So, erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem sehr gelungenen Auftritt gerade eben. Wart ihr denn mit der Show und dem Publikum zufrieden? Hattet ihr Spaß?
Zagan: Spaß hatten wir auf jeden Fall. Einige sagten, der Sound muss wohl manchmal nen bisschen matschig gewesen sein, aber war auf jeden Fall sehr geil.
Surthur: Das hängt ja auch immer ein bisschen davon ab, wo man gerade steht.
Dorian: Also ich stand erste Reihe und ich habe alles gut vernommen. Wie kamt ihr denn eigentlich auf die Idee "Moskau, Moskau" zu covern? Mich hat das ja schon ein bisschen überascht!
(Allgemeines Gelächter - Anm.d.A.)
Zagan: Ja wie kam das eigentlich?! Wir saßen irgendwann im Proberaum und haben so ein bisschen rumgespielt und irgendwie kamen wir dann darauf.
Surthur: Das ganze ist auch ein bisschen veralbernd auf das Genre, welches sich ja leider immer so bitterernst nimmt und gibt gemeint. Wir wollten halt irgendwo auch einfach den Spaß an der Sache zeigen.
Meldric: Obwohl der Song ja eigentlich von Ralph Siegel ist, dem wir auch schon eine Email dazu geschrieben haben...aber er hat nicht geantwortet (Wieder Gelächter - Anm.d.A.)
Dorian: Jetzt durfte ich ja gerade zum zweiten Mal dein extrem gutes Geigensolo miterleben, Zagan. Wie lange spielst du denn schon Geige?
Zagan: Erstmal danke für das Lob. Ich spiele seit meinem dritten Lebensjahr Geige und somit schon 28 jahre.
Zoran: Und wenn ich da mal kurz untebrechen dürfte, möchte ich gerne einmal erwähnen, dass die Geige bei unseren neuen Songs eine größere Rolle einnehmen wird.
Dorian: Ein paar Fragen über die Band Black Messiah, wie kamt ihr auf diesen Bandnamen?
Zagan: Also der Name geht noch weit zurück zu unseren Gründungszeiten Anfang der Neunziger. Damals starteten wir halt als reine Black Metal-Band und da entstand auch der Name. Später, als das dann wechselte in unseren heutigen Stil, da dachten wir uns, warum die Band nochmal neu benennen, wo man uns doch schon mehr oder weniger unter diesem Namen kennt.
Dorian: Und wie darf man den Bandnamen interpretieren? Schwarzer Messiahs gleich Böser Messiahs?
Zagan: Ja, so darf man das in etwa deuten.
Dorian: Jetzt sprachst du gerade davon, dass du damals mit noch anderen Musikern als Black Metal-Kapelle anfingst, liegen da auch eure musikalischen Einflüsse? Oder wo liegen die sonst? Was hört ihr so privat?
Zagan: Ich höre hauptsächlich alten Black Metal so aus den Achtzigern. Venom, Celtic Frost, Possessed oder Mercyful Fate. Das ist meine Musik.
Hrym: Ich höre auch viel Black Metal!
Surthur: Lustig ist, dass keiner bei uns wirklich das gleiche hört. Ich zum Beispiel höre hauptsächlich Soundtracks und Musicals.
Drahco: Und ich für meinen Teil habe mit so alten Sachen wie Kiss angefangen, bin aber eigentlich ein alter Thrasher.


Dorian: Dann würde ich jetzt gerne umschwenken zum neuen Album. Ihr habt jetzt gerade eure Platte "Oath Of A Warrior" veröffentlicht. Wie liefen die Aufnahmen? Gab es da Komplikationen und Schwierigkeiten oder lief alles glatt?
(Ein allgemeines Aufstöhnen durchfährt die Runde - Anm.d.A.)
Zagan: Die Aufnahmen verliefen nicht so sonderlich glatt, da der Mischer ewig gebraucht hat. Eigentlich haben wir jetzt auf diese Platte sechs Jahre lang gewartet. Am Anfang meinte der Mischer es würde alles ganz schnell gehen, aber dem war dann wohl nicht so.
Surthur: Dann sind wir auch nicht mit dem Schlagzeugsound zufrieden. Der ist viel zu laff und vereinzelnd wurden manche Parts von dem einfach verändert. Das ist nicht so gut.
Zagan: Die Songs waren alle in zwei Wochen im Kasten, das Schlagzeug sogar in einem Tag und trotzdem hat das sich alles so ewig gezogen. Alles in allem sind wir mit dem Endergebnis also nicht hundertprozentig zufrieden.
Dorian: Ihr seid also nicht ganz zufrieden, wie sieht es denn mit den Menschen von außerhalb aus? Habt ihr die Kritiken verfolgt? Wie war die Resonanz auf die Scheibe?
Zagan: Ich denke wir können mit unseren Kritiken zu 90% zufrieden sein. Was ich so gelesen habe war alles recht positiv.
Zoran: Da war - glaube ich - nur ein Verriss dabei und der war von irgendeinem Schweizer Online-Zine,
Drahco: Im RockHard haben wir ne durchschnittliche Kritik bekommen, aber das verwundert ja auch nicht. Da landen alle Bands aus diesem Sektor da.
Hrym: Das ist doch eh so, dass wenn wir nicht aus Deutschland kommen würden, sondern aus Norwegen oder Schweden, dass wir dann viel besser in der Wertung liegen würden.
Meldric: Das sieht man doch am Beispiel von Equilibrium. Die haben ne super Platte rausgebracht, super Sound, super Songwriting und die kanden in den deutschen Magazinen auch nur auf Platz 30 im Soundcheck, weil sie diese Musik machen und eben aus Deutschland kommen,
Dorian: Wer schreibt bei euch denn eigentlich die Texte?
Zagan: Die schreibe alle ich.
Dorian: Was hat dich denn zu dem Texte von "Christenfeind", übrigens mein Lieblingsstück auf der CD inspiriert?
Zagan: Puh, was hat mich damals inspiriert. Das weiß ich so genau gar nicht mehr. Also das Christentum mögen wir ja alle hier nicht so sonderlich und irgendwie kam das dann damals zu Stande. Den Song habe ich schon vor sechs Jahren geschrieben und er war damals der erste Song, den ich auf Deutsch geschrieben habe. Was genau mich da jetzt zu bewegt hat, kann ich dir leider nicht sagen.
Dorian: Du hast es gerade angeschnitten, dass es dein erster Text auf Deutsch war. Mittlerweile befinden sich einige deutsche Texte auf "Oath Of A Warrior", schreibst du lieber deutsche oder englische Songs?
Zagan: Hm, das kann ich so nicht sagen. Ich sage nur mal so: In seiner Muttersprache kann man sich immer besser ausdrücken.
Meldric: Allerdings stoßen sich daran dann wieder viele an, weil sie hören und verstehen was wir singen. Wenn das noch auf Englisch ist, dann verstehen die die Sachen einfach nicht, dabei sind die meistens viel heftiger. Somit ist das mit den deutschen Texten auch immer etwas problematisch.
Zoran: Siehe Cannibal Corpse, alle hören sie und die singen ihre Metzeltexte auf Englisch und das verstehen halt die meisten nicht und selbst bei denen ist das ja noch Fun und nicht ernst gemeint.
Dorian: Ich kann nur einmal betonen, dass meine drei Lieblingstracks auf "Oath Of A Warrior" drei deutsche Nummern, "Christenfeind", "Blutsbruder" und "Der Eid" sind. Von daher lasst euch nicht abbringen deutsche Texte zu schreiben. Habt ihr denn eigentlich selber Lieblingsstücke auf der eigenen Platte?
Zagan: Also ich finde den alten "Black Messiah" immer noch am geilsten.
Surthur: "Blutsbruder".
Drahco: Meiner ist definitiv "Riding The Drakkar".
Zoran: "Der Eid".
Dorian: Fernab von der Platte, wie seht ihr den Metal-Underground in Deutschland oder im Ruhrgebiet? Es wird ja mehr als oft gesagt, der Metal sei tot und früher wäre der Untergrund viel besser gewesen im Bezug auf Zusammenhalt etc. Ihr habt jetzt ja auch schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel als ich. War das wirklich so? Gibt es keinen "richtigen" Underground mehr?
Zagan: Hm das kann man so nicht vereinfachen. Also wenn es noch einen Underground gibt, dann gibt es ihn definitiv im Ruhrgebiet.
Surthur: Ja. Also wenn man hier seine Konzerte besuchen will, dann findet man immer was. Clubs gibt es dafür auch einige. Also wenn Underground, dann im Ruhrpott.
Zoran: Absolut. Ein Bekannter von mir aus Berlin, der meinte bei denen ist diese Szene komplett tot. Die haben da ein oder zwei wirkliche Bands, kaum Kneipen für sowas. Muss da echt ziemlich ausgestorben sein.
Drahco: Wobei es früher hier auch mehr Kneipen für Metal waren.
Zagan: Ja und eigentlich war der Zusammenhalt in den Achtzigern schon nen bisschen stärker. Wenn man da einen Metaller auf der Straße getroffen hat, dann hat man sich erstmal unterhalten. Heutzutage laufen besonders die Black Metaller rum und versuchen meines Erachtens nur so böse wie möglich zu gucken. Aber auf jeden Fall findet man hier was, wenn man will.


Dorian: Eine andere Frage, ihr beschäftigt euch textlich sehr mit dem Heidentum. Was fasziniert euch daran?
Drahco: Also das geht eigentlich alles vom Zagan aus, der hat uns da irgendwie mit reingezogen (lacht - Anm.d.A.).
Zagan: Es ist einfach so, dass die meisten Leute hier nicht mehr wissen wo unser Ursprung ist bzw. wo wir herkommen, was unser eigentlicher Glaube ist. Das Christentum ist eigentlich ein orientalischer Glaube, kein europäischer und da soll das Christentum auch bleiben. Wir haben hier unsere eigenen Wurzeln, unsere eigenen Götter. Es ist halt schade, dass wenn du jemanden auf der Straße ansprichst, er keine Ahnung von sowas hat.
Meldric: Weil es ihnen auch vorenthalten wird.
Zagan: Das kommt da hinzu und Heidentum hat auf keinen Fall irgendwas mit Faschismus und dieser rechten Szene zu tun.
Dorian: Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Es wird ja leider viel zu oft zu Unrecht damit in Verbindung gesetzt, habt ihr da Erfahrungen? Woran liegt das?
Surthur: Also auf jeden Fall haben wir uns da alle ganz klar gegen ausgesprochen, schonmal vorweg.
Zagan: Ja, derart faschistisches Gedankengut verurteilen wir alle von Black Messiah aufs Schärfste.
Zoran: Es ist halt einfach das Problem, dass im dritten Reich die Nazis sich auch mehr oder weniger auf ihre "Wurzeln" zurückbesinnen wollten, also aufs Germanistische und im Zuge dessen wurden halt viele Symbole aus dieser Richtung für faschistische Zwecke missbraucht worden.
Zagan: Und das ist sehr schade, heutzutage sind ein Großteil aller Runen auf dem Index und wenn man sie öffentlich zeigen würde, würde man direkt als Nazi abgestempelt. Letztlich ist das Hakenkreuz selber ja auch kein faschistisches Symbol, sondern ein eigentliches Zeichen für die Sonne. Mehr nicht!. Dabei ist die Verbindung absoluter Schwachsinn, denn es gab keine germanistischen Völker, die faschistisch orientiert war. Die Verbindung ist einfach nicht gegeben und somit verärgert einen das sehr, wenn diese Glaubensrichtung zu Unrecht in einen Topf mit der rechten Szene gesteckt wird.
Dorian: So sehe ich das auch. Zu schade, dass die Durchschnittbevölkerung sich nicht gut genug damit beschäftigt hat, um da zu differenzieren. Kommen wir mehr oder weniger zum Abschluss auf Black Messiah zurück. Wie sieht eure Zukunft aus? Wird die nächste Platte schneller erscheinen als "Oath Of A Warrior"?
Zoran: Ja, die Platte kommt in fünf, nicht in sechs Jahren (Gelächter - Anm.d.A.)
Zagan: Die neuen Songs sind ja schon alle zum Großteil geschrieben, die letzte Platte dauerte ja hauptsächlich so lange, weil ich nach der Neuorientierung von Black Messiah neue Musiker suchte und das eine ganze Weile gedauert hat.
Zoran: Jedenfalls geben wir jetzt Gas, Im September steht erstmal eine Europattour mit Cruachan an und dann wird auch ein neues Album kommen.
Dorian: Ich freue mich jetzt schon. Dann wollen wir jetzt noch das von vielen Online-Zines bekannte Frage-Antwort-Spiel spielen. Ich werfe euch einen Begriff zu und ihr sagt einfach, was euch dazu gerade einfällt. Der erste Begriff ist 'Bathory'.
Zagan: Sehr geil, geile Band, geile Musik, Begründer des Viking Metals. Viel zu früh gestorben der Mann.
Dorian: 'Christentum'
Surthur: Scheiße (lacht - Anm.d.A.)
Zagan: Zwingt unnötig der Menschheit seinen Glauben auf und macht als Institution Sachen, die einfach nicht in Ordnung sind.
Zoran: Dabei will ich mal anmerken, dass wir bisher keinen wirkliche antichristlichen Song für die neue Platte geschrieben haben.
Dorian: MTV / Viva.
Zagan: War früher mal besser.
Drahco: Ja als noch "Mosh" kam. Da ging das noch.
Zoran: Jetzt haben sie ja auch noch die letzte Nuclear-Blast-Sendung abgesetzt. 'Axt' oder wie das hieß.
Zagan: Ist jedenfalls für uns nichts dabei, was wir gerne hören würden.
Dorian: 'Wacken Open Air'.
Surthur: Geiles Festival.
Zagan: Ja geil, auch wenn es überlaufen ist.
Meldric: Mittlerweile zu viel Kommerz.
Drahco: Würde da aber gerne mal spielen.
Dorian: 'Bier'.
Zagan: Lecker.
Zoran: Lecker.
Meldric: Lecker.
Hrym: Lecker.
Drahco: Veltins
Surthur: Anti. Ich trinke bis auf vielleicht mal ein Krefelder im Jahr gar keinen Alkohol.
Drahco: Und ich werde immer doof angemacht, weil ich Veltins trinke.
Zagan: Wieso? Ist doch ein super Fußballbier!
Zoran: Hast du auch etwas über Fußball dabei, bitte nicht, sonst lassen wir dich hier mit Zagan alleine und der textet dich über Schalke zu. (Allgemeines Gelächter - Anm.D.A.)
Dorian: Keine Angst, Fußball habe ich nicht im Programm. Der letzte Begriff: 'Black Metal'
Hrym: Höre ich gerne!
Zagan: War in den Achtzigern richtig gut. So die alten Sachen, wie ich vorhin schon erwähnte.
Surthur: Ich mag dieses Schubladendenken nicht. Ob Black Metal, Viking Metal, Folk Metal, Pagan Metal... für mich ist das alles Metal.
Zagan: Besonders gibt es heute viele richtig schlechte Black Metal-Bands, die einfach nur scheiße klingen und nicht spielen können und behaupten, dass müsse so, weil das underground ist. Das ist lächerlich. Gibt viele nicht Ernstzunehmende in diesem Genre.
Dorian: Möchtest du da konkrete Namen nennen?
Zagan: Nein, nein. Das lasse ich besser.
Zoran: Hier der Gitarrist von Infernal. Der ist auch so. Das kannst du mal schreiben mit einem schönen Gruß von mir.
Dorian: Alles klar, danke für das Interview. Es war sehr nett und interessant. Die letzten Worte gehören euch?
Surthur: Die Welt soll Black Messiah hören.
Zoran: Ja die Welt soll Black Messiah hören.
Zagan: Und es wäre klasse, wenn immer noch nen paar zu unseren Konzerten kommen und mit uns abfeiern.



2. Interview welches beim ULTIMA RATIO gegeben wurde


Am 08.07.2005 bot sich uns die Gelegenheit die Ruhrpottwikinger von Black Messiah im Rahmen des Ultima Ratio Festivals, Live zu sehen und auch zum Interview zu bitten:


Deadfall: Hallo erstmal und danke, daß ihr euch Zeit für das Interview nehmt. Stellt euch doch bitte alle kurz vor und erzählt ein wenig über die Band, für diejenigen die euch noch nicht kennen.


Zagan: Hallöchen, ich bin Zagan, Gitarrist, Sänger, Geiger und was sonst alles noch so anfällt. Wir machen sehr melodiösen Viking-Metal mit einigen ursprünglichen Instrumenten, wie Geige, Mandoline usw.


Zoran: Hallo, ich bin der Zoran, ich bin der Gitarrist und Bandcholeriker und geb' mal weiter an den Keyboarder.
Hrym: Ich bin der Hrym, bin der Keyboarder, ich bin eigentlich die gute Seele der Band, ich erinnere alle Leute immer an das, was sie machen müssen. [Kommentar von Zoran: "...und keiner tuts."]


Drahco: Hallo, ich bin der Drahco. Ich bin der Bassist und der Mann, den man eigentlich gar nicht braucht.
Surthur: Hi, ich bin Surthur und ich bin der Drummer.


Meldric: Ich bin Meldric, spiele Gitarre und trinke gerne Bier. [Gelächter]


Deadfall: Wie kamt ihr dazu, Viking- bzw. Pagan-Metal zu spielen und was fasziniert euch an der Thematik allgemein?


Zagan: An der Thematik fasziniert mich die Sache, dass heutzutage keiner mehr weiß, wo er eigentlich herkommt, diese ursprünglichen Germanengeschichten. Keiner weiß mehr zu welchem Volksstamm er gehört. Auch diese ganzen alten nordischen und germanischen Mythen faszinieren mich, das sind Sachen die wir hier mal wieder ein bisschen ins Leben rufen wollen.


Zoran: Ja was soll ich jetzt dazu sagen, ich bin zu der Band gekommen und ich wollte eigentlich gar keine Band haben. Ich wollte eigentlich nur was zum Gitarre ausfahren, da ich 2 Jahre lang Pause gemacht habe. Vorher hab ich bei ner Band namens Disgust gespielt, das war derbster Death-Metal und Zagan meinte so aus Jux "Ja, komm mal vorbei, in den Keller, machen wir ein bisschen Musik". Da kam er dann mit seinem Krach an, das war mir zu sehr Black-Metal-lastig und ich dachte mir ich krempel mal den Laden komplett um und mach mal was anderes draus.


Hrym: Ich denke Keyboards gehören in jede gute Band, weil die das gleiche Vorrecht habt wie eine Gitarre, weil es auf ähnlichen Strukturen oder Klängen beruht. Synthesizer sind nix anderes als irgendwelche Verzerrer. Und deswegen wollte ich eigentlich, meinen Wurzeln getreu, ein bisschen bei Black Messiah dazu beisteuern.
Drahco: Ja ich komm eigentlich nur aus Zufall dazu, ich bin eigentlich ein alter Thrasher, aber irgendwie wurde ich doch überzeugt, dass ich zu dem Sound gekommen bin.


Surthur: Ja ich hab vorher eigentlich schon in jeder Stilrichtung der härteren Rockart gespielt und mir gefiel die Mischung von Black Messiah eigentlich, die Text sprechen mich zusätzlich noch an, da ich selber nicht an Gott glaube und von daher hat das alles gepasst.


Meldric: Ich hab vorher hauptsächlich 80er Jahre Metal gespielt und zuletzt war ich bei Crystal Lake, die sich leider aufgelöst haben. Ich bin durch eine Internetannonce zu Black Messiah gekommen, war auf der Probe und war so begeistert… ja und jetzt bin ich dabei.


Deadfall: Für diejenigen für die es zutrifft. Wie steht er zu dem Götterglaube Asatru?


Zagan: Wie ich schon gesagt habe, Heidentum ist für mich im Endeffekt das, was hier eigentlich ursprünglich gewachsen ist. Ich will nicht sagen in Deutschland, aber sagen wir mal in Mitteleuropa, Nordeuropa usw. Was ich sehr wichtig finde, ist, dass man nicht vergisst wo man eigentlich her kommt und dass man vielleicht wieder anfangen sollte, ein bißchen an die alten Sachen zu glauben. Der christliche Glaube an sich, der uns hier leider einverleibt hat und eigentlich gar nicht hergehört, kommt aus dem mittleren Orient und da sollte er meiner Meinung nach auch bleiben. Wir haben hier unsere eigenen Wurzeln und Götter. Ich denke mal, die Ursprünglichkeit ist verloren gegangen in letzter Zeit, oder in den letzten Jahrhunderten und die sollte man mal wieder so richtig aufleben lassen.


Hrym: Ich möchte noch ein Zitat, was vom Erik, von Immortal stammt, hinzufügen: Religion ist was für dumme, die nicht an sich selbst glauben.


Deadfall: Wenn ihr neue Songs schreibt, wovon lasst ihr euch musikalisch gesehen beeinflussen?


Zagan: Ich denke mal jeder von uns hat seine eigenen Favoriten bzw. seine eigenen Bands, die er gut findet und das ist bei uns eigentlich ganz gut gemischt. Unser Keyboarder mag z.B. so Sachen wie Bal Sagoth, unser Drahco ist ein alter Thrasher. Ich komme eigentlich aus dem 80er Jahre Blackmetal, Richtung Venom, Celtic Frost und Mercyful Fate. Wodurch lassen wir uns beeinflussen? Das ist eigentlich eine gute Frage. Uns kommt es hauptsächlich drauf an, dass unsere Sachen melodisch sind, dass da richtige Melodien dahinter stecken, dass die Sachen schnell sind und drücken vom Sound her. Man kann eigentlich nicht groß sagen, dass wir uns beeinflussen lassen. Wir versuchen eigentlich einen eigenen Stil zu finden.


Zoran: Ja, das wollte ich sagen. Wir haben alle unsere eigenen Einflüsse, jeder mag andere Bands oder hat seine eigenen Idole. Wir lassen uns gegenseitig beeinflussen, weil wir oft beim Song-Writing beobachtet haben, dass z.B. der Hrym mit irgendwelchen genialen Keyboard Parts ankam, wo ich nie im Traum dran geglaubt hätte dazu Gitarre zu spielen. Es hat aber immer irgendwie geklappt und dann geht es weiter zum Detti(?), der schmeißt seine Parts dazu und so geht das halt.


Hrym: Im Prinzip ist das eine Gruppenarbeit, jeder hat seinen Part und setzt ihn um. Jedes Lied ist im Prinzip ein Kompromiss, aber das ist dann genau der Kompromiss, der dann unseren Stil ausmacht.


Deadfall: Jetzt zu den Texten: Entstammen die eher aus fiktiven Ideen oder aus persönlichen Erlebnissen, insbesondere die Texte zu Christenfeind und Blutsbruder?


Zagan: Also für die Texte bin ich ja meistens zuständig. Teilweise aus alten Geschichten, teilweise sind es auch fiktive Sachen wie z.B. Christenfeind. Ich weiß, dass einige Leute diese Texte nicht mögen oder sagen wir mal für übertrieben halten, oder wie auch immer. Das ist halt immer Ansichtssache. Wir hatten auch viele Echos, die gesagt haben, dass unsere Texte gut, sehr innovativ sind. Ich denke mal, das ist Geschmacksache, es kann nicht jedem alles gefallen. Blutsbruder ist ein Song den ich geschrieben habe, rein aus persönlichen Gefühlen heraus und andere Songs wie z.B. "Riding the Drakkar" deren Texte sind nicht unbedingt historisch belegbar, aber aus alten Erzählungen heraus geboren.


Deadfall: Viele uninformierte Leute verbinden das Heidentum leider mit Rechtsradikalismus. Da ja die Symbolik vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus missbraucht wurde. Seid ihr der Meinung, dass die Menschen heute aufgeklärt werden sollten, oder sollte das Heidentum weiter im Untergrund leben, so wie bisher?


Zagan: Ich denke schon, dass die Leute aufgeklärt werden müssen. Ganz einfach aus dem Grunde, wenn man sich heutzutage mit Runen bzw. mit Runenmagie beschäftigt, oder wie auch immer, dann ist man immer auf der schwelle des Verbotenen, weil viele von den Runen aus vielen nationalsozialistischen Gründen heraus verboten wurden. Was natürlich voll schwachsinnig ist, denn wenn ich eine Runenschrift gebrauche, dann brauche ich auch die Zeichen die heutzutage verboten sind und die fälschlicherweise mit solchen Sachen wie Nationalsozialismus, Faschismus usw. verbunden werden, was natürlich quatsch ist. Das Hakenkreuz an sich ist ja eigentlich kein, in Anführungszeichen, nationalsozialistisches Symbol, sondern ist ein Sonnenzeichen. Es ist eigentlich schade, dass viele Leute heutzutage heidnischen Glauben, Wikingertum oder Germanentum mit Rechtsradikalismus gleichsetzen, was totaler Schwachsinn ist, meiner Meinung nach.


Deadfall: Wie passt eigentlich Heidentum zum Metal?


Zagan: Ich denke mal, man kann jedes Thema im Metal verarbeiten. Warum nicht auch das Heidentum? Auf der einen Seite gibt es Bands wie Slayer, die über Kriege singen. Es gibt Bands wie Venom, die über Womanleather und Hell singen oder Bands wie Dark Funeral oder Darkthrone, die über Satanismus singen. Warum soll es nicht Metal Bands geben, die über Heidentum singen. Ich denke mal, dass die Thematik nicht unbedingt wichtig ist um Metal Musik zu machen. Es gibt so viele Richtungen im Metal, warum auch nicht Heidentum?


Hrym: Also ich persönlich finde es ganz gut, das ursprünglich Wilde was eigentlich im Menschen ist, mit dem Heidentum im Metal zu verbinden. Ich denke mal, das macht uns alle aus. Wir wollen alle ein Stück Freiheit haben, wir glauben an gewisse Werte wie z.B. Familie oder Beständigkeit im Leben, dass macht das Heidentum alles im Prinzip aus. Deswegen finde ich, dass man das auch im Metal transportieren kann, weil Metal eigentlich schon seit Anfang der 80er Mitte der 70er erfunden worden ist und stetig gewachsen ist. Metal hat eine große Fangemeinschaft auf der ganzen Welt, wo hingegen viele andere Musikarten wie Pop oder Rock im Prinzip nur noch Kopien ihrer selbst sind. Deswegen finde ich gut, dass man Metal so gut transportieren kann.


Deadfall: Jetzt eine Frage an dich, Zagan. Und zwar bin ich ein bisschen auf eurer Homepage rumgesurft. Du schreibst in deinem Profil, dass du Religionsfanatiker hasst, schreibst und singst aber gleichzeitig von der Vernichtung des Christentums und von der Rückkehr zum Ursprünglichen Glauben. Widersprichst du dir da nicht selbst?


Zagan: Die Frage habe ich erwartet. Ich sags mal so und habe ja im Profil geschrieben: "Ich hasse Religionsfanatiker". Im übertragenen Sinn meine ich, die Leute die versuchen ihren Glauben anderen Leuten aufzwingen zu wollen, das habe ich nie getan und werde es auch nie tun. Ich versuche wachzurütteln, ich versuche den Leuten einen Denkanstoß zu geben, aber ich würde niemals hingehen und die Leute zwingen an irgendetwas zu glauben, was ich jetzt gerade in meinem Kopf hab. Das haben leider die Christen getan, das haben die Römer getan, das macht der Islam teilweise. Also ich denke mal ich widerspreche mir da nicht, wenn ich sage, dass ich die Leute hasse, die versuchen ihren Glauben anderen Leuten aufzuzwingen. Es ist ja auch jedem überlassen ob er meine Text hört, unsere Musik hört, oder ob er die Sachen gut findet oder nicht.


Deadfall: Warum habt ihr teils deutsche, teils englische Texte?


Zagan: Einen speziellen Grund gibt es dafür nicht. Es ist einfach so, in seiner Heimatsprache kann man sich immer besser Ausdrücken als in einer Fremdsprache auch wenn man sie noch so gut gelernt hat. Wir kommen aus Deutschland, warum soll man nicht auf Deutsch singen?


Deadfall: Seid ihr mit eurem jetzigen Label zufrieden?


Hrym: Vom Grundsatz her eigentlich schon, leider ist es im Augenblick so, dass unser Labelboss im Krankenhaus liegt so, dass er uns nicht aktiv promoten kann und die Black Messiah Geschichte ein bisschen weiter treibt. Wir versuchen natürlich durch Konzerte oder durch Tourneen ein bisschen präsent zu bleiben aber es ist im Augenblick relativ schwer Kontakte zu Magazine oder Fanseiten aufzunehmen. Das Problem ist, dass viele Leute auch ein bisschen gesättigt sind. Da muss man aktiv auf dem Markt sein und das sind wir im Augenblick durch unser Label leider nicht.


Surthur: Bis zu dieser Krankheitsgeschichte, für die unser Labelboss ja nichts kann, hat er sich wahrhaftig den Arsch aufgerissen für uns. Das Label hat sehr viel in Bewegung gesetzt, unglaublich viel für die Band getan und die haben uns im Prinzip schon vor der Vertragsunterzeichnung sehr geholfen. Von daher kann ich Einheit nur weiterempfehlen. Ich denke mal, wenn der Olaf wieder gesund ist, wird er genauso weitermachen wie vorher. Wir sind eigentlich sehr zufrieden.


Meldric: Ja und ich will noch sagen: Gute Besserung von uns allen, Olaf. Es wird auf jeden Fall gut weitergehen.


Deadfall: Wenn ihr einen Auftritt habt, wie bereitet sich jeder von euch darauf vor?


Zagan: [Gelächter] Ja, das ist eine gute Frage. Wir versuchen eigentlich auf der Bühne ein bisschen Party zu machen und vorher natürlich auch, aber nicht so dass wir nicht mehr stehen und nicht mehr spielen können. Nein, wir versuchen einfach gute Laune vorher zu haben und kurz vor dem Auftritt ein bisschen Ruhe im Backstage Bereich zu bekommen, was aber nicht immer gelingt. Alles im Allem steht bei uns die gute Laune im Vordergrund. Surthur: Ich kann jetzt nur von mir sprechen, das heißt dass ich eine Woche vor dem Auftritt die Kondition noch etwas steigere, weil wir bei Live-Auftritten grundsätzlich schneller spielen als auf Platte. Ich will schon vorbereitet auf die Bühne gehen und das Beste abliefern was ich kann und von daher denke ich, dass man allgemein sagen kann, dass sich die Schlagzahl im Proberaum nochmals erhöht, damit wir den Fans das Beste bieten können.


Deadfall: Wie sieht eine normale Bandprobe bei euch aus?


Zagan: [lacht] Ziemlich chaotisch eigentlich. Ja, dadurch, dass wir alle sehr unterschiedliche Charaktere, teilweise extreme Charaktere sind, ist eigentlich alles möglich. Wir haben viel Spaß im Proberaum, wir zicken uns auch manchmal ganz gut an. Teilweise haben wir auch ein bisschen Stress. Aber das gehört alles dazu.


Zoran: Also mein Hobby ist es, die anderen Bandmitglieder zu denunzieren und anzuschreien, weil, ich bin auf meine Art und Weise ein kleiner Perfektionist. Ich versuche immer das Beste zu geben und ich erwarte das auch von den anderen. Ich bin auch immer unzufrieden wenn Leute mal keine Zeit haben, was aber auch teilweise beruflich bedingt ist, aber ich kann mich damit leider nicht abfinden. Ich bin halt das Nesthäkchen der Band und bin der Jüngste. Ich hab noch nicht die Verpflichtungen, die andere Leute haben und deswegen kracht es des öfteren mal, dass ist aber nicht ernst zunehmen. [Gelächter]


Hryms: Ja, ich, in der Rolle als Keyboarder, versuche ein bisschen im Background zu wirken. Aber ich kann das leider nicht beruflich ganz umsetzen - d.h. ich hab nicht so viel Zeit für die Band, tagsüber so wie manch anderer. Das Problem ist einfach, wie Zagan schon sagte, dass wir uns immer ein bisschen anzicken, ich versuche einfach wachzurütteln, den Zoran ein bisschen zu bremsen und manchmal vielleicht dem Surthur auf die Füße zu steigen und ernte dafür viel Spott… bin ich aber gewohnt. Eigentlich klappt alles ganz gut zwischen uns.


Surthur: Im Prinzip liegt es einfach daran: Wir haben nicht nur verschiedene Einflüsse, wir kommen aus unterschiedlichen Gegenden, wir haben auch unterschiedliche Freundeskreise, von daher hat man bei keiner Probe richtig Ruhe weil wir total unterschiedlich leben und dass ist das was es ausmacht. Uns macht das Spaß solange der Streit irgendwann endet und ein reinigendes Gespräch geführt wird und dass hat bis jetzt immer geklappt. Wir lachen immer am Ende und das ist das worauf es ankommt und dass gefällt uns auch.


Deadfall: Nun eine Leserfrage: Wie entstand der Bandname Black Messiah?


Zagan: Die Band würde Anfang der 90er geboren. Black Messiah ist eigentlich vom Grund her eine alte oldschool Black Metal Band, also so haben wir uns damals gegründet. Ich hab sie damals mit 2 anderen Bandmitgliedern gegründet, die aber schon einige Jahre nicht mehr dabei sind. Wir haben damals Black Metal gemacht, Richtung Venom und Celtic Frost und haben dann irgendwann 1998 unsere erste Scheibe raus gebracht wo die beiden ursprünglichen Bandmitglieder schon nicht mehr dabei waren. Wir haben einfach an dem Namen festgehalten. Ich möchte sagen, der Name steht nicht mehr ganz in Verbindung mit dem, was wir heute machen. Aber die Leute kennen uns von damals, warum sollen wir den Bandnamen ändern?


Deadfall: Welche Band bzw. welche Person hat jeden von euch überhaupt erst zum Metal geführt oder auch zum Heidentum?


Zagan: Also mich zum Metal, auf jeden Fall so Leute wie Chronos von Venom oder King Diamond, damit habe ich angefangen, die finde ich heute immer noch ganz groß, das sind meine Idole. Zum Heidentum hat mich das geschichtliche Interesse am Ursprünglichen unserer Gegend geführt.


Zoran: Also zum Metal haben mich damals die ehrenwerten Männer Billy Idol und Gary Moore gebracht. Ich hab damals Keyboardunterricht genossen, dann hatte ich keinen Bock mehr drauf und hab mir eine Gitarre geholt und dann kam der Metal mit Helloween und Metallica dazu, also die ganz alten Klamotten.


Hrym: Ich als Keyboarder muss jetzt ein paar nette Statements ablassen. Also, die erste Band die mich so richtig beeinflusst hat, war wahrscheinlich Emperor. [Gelächter] Ich hab in meiner Jugendzeit John Michelle Jarre genossen, der Mann ist ein Synthesizer Gott. Sonstige Einflüsse sind Bal Sagoth, da hab ich auch noch ein bisschen aufgelebt.


Drahco: Also ich hab damals angefangen mit Kiss und AC/DC, dafür bekomm ich heute noch meine Sprüche. Dann bin ich langsam zum Thrashmetal gekommen. Durch Zagan bin ich dann zu Black Messiah gegangen. Das war für mich dann eine ganz andere Richtung, aber, es ist geil.


Surthur: Ich bin eigentlich nicht durch den Metal zum Metal gekommen. Merkwürdigerweise höre ich wenig Metal, ich hab früher auch wenig Metal gehört. Ich spiele Metal weil das eine Musik ist, womit man sich als Schlagzeuger sehr viel besser Ausdrücken kann als bei einer Pop Kapelle oder Rock´n Roll Kapelle. Du kannst dich einfach am besten einbringen, im Metal Bereich, dass ist die Musik die mich am meisten fordert.


Meldric: Angefangen hab ich auch mit Billy Idol, wie unser Zoran auch. Die Scorpions hab ich damals auch gehört aber so richtig los ging es eigentlich 1986 mit der Master of Puppets. Seitdem bin ich auch dabei.


Deadfall: Würdet ihr gerne in der Vergangenheit leben oder seid ihr so zufrieden?


Zagan: Das ist eine schwierige Frage. Ich denke mal, jede Zeit hat ihre Vor- und Nachteile. Natürlich würde es mich reizen, ein paar Jahre in der Vergangenheit zu leben, aber ob ich da dauerhaft sein möchte, weiß ich nicht. Reinschnuppern in die Vergangenheit auf jeden fall, auch aktiv, allerdings hat auch unsere Zeit Vor- und Nachteile.


Zoran: Bei mir gibt es 3 Phasen wo ich gerne leben möchte. Das wären die späten 50er und 60er in den USA, mit der ganzen Rock n Roll Klamotte. Dann die 70er natürlich und was ich aktiv leider nur als Minderjähriger damals noch miterlebt habe, die 80er. Die würde ich gerne noch mal als Alkoholtrinkender, doof Rauchender und was weiß ich noch was miterleben.


Hrym: Ich Leb eigentlich ganz gerne im Hier und Jetzt. Man findet es natürlich ganz schön, wenn man sich mit den alten Zeiten beschäftigt anhand von Filmen und Büchern. Trotzdem möchte ich meine Klimaanlage im Auto oder im Büro nicht missen oder den Kühlschrank. Ich hab keine Lust mein Fleisch mit Salz zu pökeln…Sorry da steh ich nicht drauf.


Surthur: Die Frage ist eigentlich ein bisschen komisch, man kann es sowieso nicht richtig sagen wie es früher in den 50ern war, man sieht nur Ausschnitte aus dem Fernsehen usw. Es ist ganz ok, das ich hier und jetzt lebe und ich versuche das Beste draus zu machen.


Meldric: Ich persönlich, fand ich die 80er am Besten und würde am liebsten in der Zeit stehen geblieben sein.


Deadfall: Gibt es eine Frage, die ihr mal gerne in einem Interview gestellt bekommen würdet?


Zagan: [Gelächter] Ich weiß nicht, ich hab schon ziemlich viel fragen gestellt bekommen, die auch meistens alle sehr interessant waren. Aber so...ne Frage, die ich mal unbedingt gestellt kriegen möchte...ne… also nix was die Band betrifft auf jeden Fall.


Zoran Ne, keine Ahnung.


Hrym: Würdet ihr umsonst auf dem Wacken spielen? Die Antwort ist JA… [Gelächter]


Deadfall: So, kommen wir zur letzten Frage. Was ist eure Lieblings-Met-Sorte bzw. was trinkt ihr allgemein gerne für Sachen?


Zagan: Gute Frage. Außer Pils trink ich ganz gerne einen guten Scotch. Zum besaufen auch mal einen Bourbon Cola.


Zoran: Ich bin nicht der Große Met Fan, ich schlage hier ein bisschen aus der Rolle. Ich kann Bier, Whiskey, Tequilla und Jägermeister durcheinander trinken, ohne dass mir schlecht wird.


Hrym: Also ich stehe mehr auf Wikingerblut. Das ist Met mit Sauerkirschsaft. Ansonsten trink ich ab und zu einen Whiskey oder ein Pils.


Drahco: Met ist nicht so meine Sache, aber leckeres Veltins oder lecker lecker lecker Jim Beam.


Surthur: Ich trinke eigentlich so gut wie gar keinen Alkohol, es sei denn, ich bin frustriert. Normalerweise halte ich mich an Vanillemilch oder Cola. [lacht]


Meldric: Nee, auf jedenfall Krombacher Pils und Jim Beam.


Deadfall: So das war´s. Irgendwelche letzten Worte?


Zagan: Ich hoffe, ihr kommt mal auf eine unserer geilen Konzerte vorbei und wir haben dann eine Menge Spaß zusammen.




Interview von Pandora


Pandora: Kannst du kurz den Werdegang von Black Messiah zusammenfassen?


Zagan: Klar. Ich weiss gar nicht mehr genau wann wir uns gegründet haben, irgendwann zwischen 1992 und 1993 glaube ich. Damals haben wir als eine Old-School Black Metal Band begonnen und die Sachen gingen allesamt so in die Richtung Venom, Celtic Frost oder Funeral Nation. Der Sound war recht simpel gestrickt hat aber damals echt Spass gemacht. Damals waren wir zu dritt aber von den Gründungsmitgliedern bin ich der einzige der noch am Start ist. Irgendwann haben wir dann mal ein Demo aufgenommen, ich glaube das war 1996. Danach haben die beiden anderen Black Messiah verlassen. Wir hatten damals etwas Stress, was allerdings mehrere Gründe hatte. Ich habe weitergemacht und mir mit Nabahm einen neuen Schlagwerker gesucht. Gemeinsam haben wir dann 1997 unser Debut „Sceptre Of Black Knowledge“ eingespielt, welches ja dann auch bei Last Episode erschienen ist. Irgendwann, so gegen Ende 1999, als wir eigentlich die zweite Scheibe rausbringen wollten gab es plötzlich ziemlichen Stress mit unserem damaligen Label und ich habe von mir aus den Plattenvertrag gekündigt. Was damals alles vorfiel möchte ich eigentlich nicht mehr breittreten. Die Sachen sind lange her und es nicht Wert darüber zu reden. Im Jahr 2000 haben Nabahm und ich dann nochmal ein Demo aufgenommen welches wir aber niemals irgendwo hingeschickt haben. Warum weiss ich allerdings auch nicht. Auf jeden Fall verschwand Nabahm danach irgendwie von der Bildfläche. Bis heute hab ich ihn nicht mehr gesehen und so stand ich wieder mal alleine da. In den folgenden 3 Jahren war ich dann damit beschäftigt neue Songs zu schreiben und mir neue, fähige Musiker zu suchen. Mit Zoran und Drahco fing das an und mit der Zeit stiessen noch Surthur, Hrym und Meldric dazu. So ausgerüstet und mit vielen neuen Songs im Gepäck haben wir dann „Oath Of A Warrior“ eingespielt, das Scheibchn nach Einheit Produktionen geschickt und dort direkt einen neuen Deal unterschrieben. Hat lange gedauert bis dahin, hat sich aber gelohnt denke ich.


Pandora: Zwischen eurem Debütalbum „Sceptre Of Black Knowledge" und dem diesjährig erschienenen „Oath of a Warrior” liegen ganze 7 Jahre. Warum hat das so lange gedauert?


Zagan: Wie schon erwähnt hat uns diese ganze Last Episode Geschichte um einiges zurückgeworfen. Wenn das nicht gewesen wäre hätten wir Anfang 2000 schon ein zweites Album auf den Markt geschmissen. Das wäre allerdings vollkommen anders gewesen als das jetzige, weil dreiviertel der heutigen Songs zu dem Zeitpunkt noch gar nicht existierten. Deshalb bin ich da gar nicht traurig drum. Ich denke das dieses aktuelle Oath-Album um längen besser ist als das was wir 2000 hätten bieten können. Weitere Zeit ging natürlich dann dabei drauf fähige Mitmusiker zu finden. Ich habe etwa 30 Leute im Laufe der Jahre ausprobiert bis ich das aktuelle Line-Up zusammen hatte. Das war ganz schön nervig, aber hat sich im Endeffekt doch gelohnt. Allerdings hätte ich keine Lust so eine stressige Arbeit nochmal zu machen.


Pandora: Wie hat sich Black Messiah in dieser Zeit musikalisch verändert?


Zagan: Ich denke das wir uns sehr stark verändert haben. Gerade vom absoluten Beginn bis jetzt. Früher klang halt wirklich alles Old-School Black. Auf dem Sceptre Album ist das schon nicht mehr so. Da haben wir viele dieser Nordischen Black-Metal Elemente die auch heute noch Teil unseres Sounds sind sowie klassische und folkige Melodien. Heutzutage ist unser Sound abwechslungsreicher und eigenständiger geworden. Wir benutzen mittlerweile viele Synthies um Klangteppiche zu legen. Wir schreiben durchweg nur noch melodische Songs und achten trotzdem auf Schnelligleit und Härte. Früher hab ich mir da nicht so viele Gedanken gemacht.


Pandora: Wie entsteht bei euch ein Song? Wer ist für die Musik verantwortlich, wer schreibt die Texte?
Zagan: Also heutzutage machen wir die Musik meistens gemeinsam. Irgendeiner kommt mit einem geilen Riff und wir arbeiten das dann aus, legen nen Klangteppich drunter, spielen Soli darauf oder bedienen uns irgendwelcher Variationen des Hauptthemas. Eine genaue Black Messiah Gebrauchsanweisung zum Songwriting gibt’s allerdings nicht. Früher habe ich die Songs alle allein gemacht. Auf dem Oath-Album sind da noch einige von drauf. „ A New Messiah“, „Blutsbruder“, „Christenfeind“, „My Way To Asgaard“ und „Feld Der Ehre“ sind noch solche. Alles andere haben wir dann gemeinsam gemacht. Für die Texte allerdings bin ich allein verantwortlich.


Pandora: Was dient euch als Inspiration?


Zagan: Da kann ich nur von mir reden. Es gibt 3 verschiedene Aspekte. Auf der einen Seite sicherlich andere Musik. Man hört irgendetwas, findet es geil und macht danach einen Song der in etwa dem Stil gleicht den man vor einiger Zeit gehört hat. Das passiert unterbewusst aber es passiert. Ich denke davon kann sich kein Musiker freisprechen und das ist auch nicht schlimm. Ich halte das für normal. Das zweite sind persönliche Stimmungen. Du sitzt zu hause, fühlst dich scheisse oder bist sauer auf irgendetwas dann schreibst du halt einen schnellen, aggressiven Song oder einen Part. Hast du eine melancholische Grundstimmung schreibst du einen ruhigen und andächtigen Part. Oder du bist in totaler Feierlaune und schreibst einen Polkapart. Die eigenen Gefühle sind meist die größte Inspiration. Der dritte Punkt sind Mythologien oder Geschichten, alte Sagen oder historische Berichte. Solche Sachen erwecken ebenfalls Gefühle in mir die ich ab und zu in einen Song packe.


Pandora: Was unterscheidet Black Messiah von anderen Pagan Metal Bands? Was macht euch einzigartig?


Zagan: Das ist eine schwierige Frage. Ich denke das können andere besser beurteilen als man selbst. Es ist immer schwer seine eigenen Sachen objektiv zu beurteilen weil man von seinem eigenen Zeug immer überzeugt ist. Aber ich denke das wir live sowie auch auf der Scheibe eine ziemliche Power haben. Ich glaube unser Plus ist auf der einen Seite die Eingängigkeit unserer Songs und auf der anderen die trotzdem vorhandene Aggressivität.


Pandora: Ist es euch wichtig, was andere über eure Musik denken?


Zagan: Indirekt. Es ist mir wichtig was die Leute darüber denken die ich erreichen will. Was irgendwelche Typen sagen die mir am Arsch vorbei gehen interessiert mich nicht. So lange unsere Konzerte weiterhin so voll sind wie bisher und unsere Musik die Leute die anwesend sind weiterhin so anturned bin ich voll zufrieden. Alle unsere bisherigen Gigs waren eine Superparty mit dem Publikum. Das ist geil. Wir feiern mit den Leuten und die mit uns, was besseres gibt’s nicht.


Pandora: Ab Mitte September werdet ihr gemeinsam mit Cruachan auf Tour gehen. Wie seht ihr der Tour entgegen? Habt ihr euch speziell darauf vorbereitet?


Zagan: Ich glaube speziell auf sowas vorbereiten kann man sich nicht. Wir haben unser Program welches wir beherrschen und alles andere lassen wir mit viel Vorfreude auf uns zukommen. Wir freuen uns darauf zumal das ja jetzt trotz der langen Zeit die es Black Messiah ja nun schon gibt unsere erste Tour ist.


Pandora: Was bedeutet es für euch überhaupt live zu spielen?


Zagan: Live zu spielen ist das Grösste. Es ist viel intensiver als eine Platte zu machen. Klar macht das auch Spass aber bei einem Gig kannst du voll aus dir herausgehen und alles geben. Das ist wie eine Droge. Deshalb ist für mich ein Live-Gig wichtiger und schöner als alles andere. Wenn du merkst das die Leute unten annehmen was du gibst und was du tust dann ist das das schönste und wichtigste was du als Musiker erleben kannst.


Pandora: Wie seid ihr überhaupt auf den Namen „Black Messiah“ gekommen?


Zagan: Das liegt ewig lange zurück. Damals ging es darum einen Namen für eine Black Metal Band zu finden. Da hat der gut gepasst. Klar könnte man sich heute umbenennen und vielleicht einen passenderen Namen finden für das was wir heute tun aber die Leute kennen uns noch von der Sceptre. Also warum diesen kleinen Vorteil nicht nutzen?


Pandora: Welche Botschaft verkündet denn der schwarze Messias?


Zagan: Unsere Botschaft ist in erster Linie die, zurückzukehren zu den eigentlichen Wurzeln deines Volkes und deines Glaubens. Es gibt einige Beweggründe warum all das vergessen wurde. Ein großer ist die Christianisierung. Das hasse ich, das verurteile ich und das würde ich gern wieder gut machen. Natürlich kann ich das nicht. Aber es ist ein Wunsch von mir. Viele großartige Kulturen, Mythologien und Heiligtümer wurden von den Christen zerstört, meist durch Gewalt. Die Botschaft Black Messiahs ist einfach: „Holt Euch zurück was Euch genommen wurde, wenn es sein muss mit Gewalt.“ Eigentlich ist das schon alles. Aber um dahin zu kommen muss man den Leuten heute erst mal wieder erzählen was sie vergessen haben. Dazu wollen wir unsere Songs nutzen.


Pandora: Eure Texte sind stark vom Heidentum geprägt. Seht ihr euch selbst als Heiden?


Zagan: Das Wort Heide steht für viele Glaubensrichtungen. Alles was nicht christlich ist ist für die meisten Leute heidnisch. Wenn es darum geht mich als Nichtchrist darzustellen dann könnte das Wort Heide passen. Aber da die Christen auch Leute die keinen Glauben haben darunterzählen passt es wieder nicht. Ich habe einen Glauben.


Pandora: Was macht für euch die Faszination Heidentum aus?


Zagan: Die größte Faszination ist zu begreifen wieviel es war ,dass von der Kirche zerstört und in die totale Vergessenheit getreten wurde. Ich meine seht Euch mal an wo der Christliche Glaube her kommt. Aus dem vorderen Orient. Normalerweise müssten alle Europäer, Amerikaner oder Afrikaner an was völlig anderes Glauben. Wenn man sich bewußt wird wie immens die Zerstörung heidnischer Religionen durch die Kirche ist, dann kann man nur fasziniert sein, wenn auch im negativen Sinne. Ich denke das ist kaum jemandem klar. Natürlich fasziniert mich auch der Glaube meiner Ahnen. Damit beschäftige ich mich viel und es macht mich sehr traurig zu sehen was davon noch übrig ist.


Pandora: Warum denkst du, wurde die Beschäftigung mit dem Heidentum im Metal in den letzten paar Jahren immer populärer?


Zagan: Ich denke das liegt an 2 Dingen. Auf der einen Seitze wollten Metalheads immer schon provozieren. Das kann man mit Satanismus gut aber auch mit allem anderen was wider dem Christlichen Glauben steht. Da bietet sich das Heidentum doch förmlich an. Auf der anderen Seite habe ich gemerkt das allerdings ein sehr großer Teil der heidnischen Metaller sich wirklich Gedanken machen. Ich habe gemerkt, gerade in letzter Zeit, das ich mit meiner Meinung nicht mehr so allein da stehe wie noch vor 5 Jahren.


Pandora: Habt ihr bereits Pläne für ein nächstes Album?


Zagan: Ja, wir haben für Februar bereits einen Studiotermin gemacht um ein neues Album einzuspielen. Ihr könnt also etwa ende Frühling mit einer weiteren Veröffentlichung rechnen.



Erhältlich
seit 28.05.2010


Odroerir
„Götterlieder II“ CD


Alkonost
„On The Wings Of The Call“ CD


Finsterforst
„Urwerk“ Digi-2-CD


Horn
„Distanz“ CD

frühere
Veröffentlichungen

5.jpg


zum Seitenanfang