Interview mit Arcana XXII für Walls Of Fire
Hallo, alles klar?
> Alles klar hier in Windhoek/Namibia.
Nachdem mir euer letztes Album schon sehr gut gefallen hat, bin ich nun auch
wieder von eurer neuen Scheibe begeistert. Anscheinend erntet ihr aber durchweg
gute Kritiken, oder?
> Natürlich! Haha, nee im Ernst, es gibt natürlich auch mal weniger
erfreuliche Reviews. Aber das gehört ja auch dazu. Viele Rezensenten kommen
anscheinend mit unserem Stil nicht ganz zurecht, will sagen, können uns
in keine Schublade stecken. Das paßt uns natürlich sehr gut.
Ihr spielt ja eine sehr außergewöhnliche Form des Metals. Hat das
deiner Meinung nach auch etwas mit eurer Herkunft zu tun?
> Bestimmt, denn wir sind ja durch Namibia's Lage etwas fernab und dadurch
auch nicht
direkt von Trends oder gewissen musikalischen Movements beeinflußt. Außerdem
besteht Arcana XXII nicht aus Musikern die alle das gleiche hören, was
natürlich auch seine Auswirkung auf die Songs hat.
Ihr seid ursprünglich aus Namibia, und erstmal fällt es einem echt
schwer, zu glauben, dass sich selbst in diesem Land Leute mit Heavy Metal beschäftigen.
Seid ihr diesbezüglich alleine auf weiter Flur?
> Du sagst es. Wir sind eine handvoll Leute die die Musik hören. Bei
der Frage, we wahre Fanatiker des Metals sind, kann man allerdings diese Handvoll
nochmal halbieren.
Wie ist euch denn in Namibia ermöglicht worden, Heavy Metal überhaupt
zu entdecken?
> Damals ging es auch über eine Art tapetrading und wenn jemand eine
Lp aus Deutschland mitgebracht hat war das natürlich wie Weihnachten. Neue
Alben waren also Mangelware. Ich glaube aber daß wir dadurch diese Veröffentlichungen
mehr geschätzt haben und uns intensiv mit ihnen befaßt haben.
Seid ihr denn die einzige Metal-Band in Namibia?
> Jawoll.
Und was kannst du mir über die Leute dort sagen? Akzeptieren sie eure Musik?
> Wie schon gesagt, gibt es hier kaum Leute die aktiv den Metal leben oder
Scheiben sammeln etc. Auch die Radiosender widmen sich lediglich kommerziellen
Klängen.
Wir können aber auf eine sehr hohe Erfolgsquote zurückblicken was
Konzerte angeht.
Es kommen Leute aus allen Altersgruppen und Nationalitäten, die dann auch
voll mitgehen.
Viele sind einfach nur hingerissen von der Stageshow und der Power unserer Musik.
(Arcana XXII gehören auf dem internationalen Markt nicht gerade zum derbsten
Kaliber, aber hier in Namibia ist unsere Mucke das extremste was Leute jeh gehört
haben.
Habt ihr in eurer Heimat auch schon erste Live-Erfahrungen sammeln könne?
Wenn ja, welche Erfahrungen konnten ihr währenddessen machen können?
> Wie oben schon gesagt haben wir viele erfolgreiche Shows hierzulande absolviert
und meistens sogar kommerziellere Acts mit Zuschauerzahlen weit übertroffen.
Letztes Jahr haben wir auch ein sehr erfolgreiches Konzert in Kapstadt/Südafrika
absolviert. Für uns ist es halt immer super, mal auf die Bretter zu können,
aber Gigs sind haltt nicht so üppig wie beispielsweise in Deutschland.
Auf dem neuen Album finden sich ja folgerichtig auch einige beschwingte Rhythmen.
War es euch wichtig, Einflüsse aus eurer Heimat mit einzubringen? Warum
habt ihr den Einsatz solcher Elemente nicht noch erweitert? Das im Intro gebotene
klingt ja wirklich sehr interessant?
> Das war garnicht Teil der Planung. Wir haben nie versucht krampfhaft eine
Art African
Metal zu produzieren. Wir spielen einfach das was wir mögen und was uns
leicht von der Hand geht. Ich glaube das Afrikanische Elemente im Songwriting
auch aufgesetzt wirken können. Unsere Einflüsse sind ja auch eher
die 80er US und Europäischen Bands. Wenn wir etwas Afrikanisches benutzt
haben, dann nur als Gewürz oder wie man so schön sagt "spice".
Wer weiß, vielleicht setzen wir einzelne Elemente beim nächsten Streich
verstärkt ein.
Darüber hinaus ist euer Sound aber auch so sehr eigenständig; alleine
durch die Veilzahl von verwendeten Elementen seid ihr erst einmal mit gar keinem
vergleichbar. Wie würdest du ergo die Musik von Arcana XXII beschreiben?
> Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich bin der Meinung daß
es bands gibt die extremer zu werke gehen wenn es um Stilwechsel in Songs geht,
als wir. Aber dazu bin ich vielleicht nicht objektiv genug. Vielleicht liegt
es auch daran daß alle Arcana XXII Musiker verschiedene Sachen hören
und es nicht einfach nur 5 Priest fans sind, die immer wieder "Rapid Fire"
neu aufnehmen. Unseren Stil beschreiben? Da fällt mir nur Traditioneller
Metal mit Gothic touch.
Wärst du denn mit meiner Beschreibung Vielseitiger Power Metal mit exotischen
Rhythmen“ einverstanden?
> Mit Power Metal kann ich auch leben aber die exotischen rhythmen höre
ich nicht raus.
Den Exotenstatus habt ihr ja sicher, ob ihr nun wollt oder nicht. Ist es denn
okay für euch, dass euch ein solcher wegen der Herkunft zugesprochen wird?
> Das ist schon okay. Dennoch finde ich das sowas auch eine Kehrseite haben
kann und viele falsche Erwartungen hervorbringen kann. Außerdem sollte
einfach nur die Musik das finale Machtwort sprechen und nicht die Hypes.
Betrachtest du die Tatsache, dass ihr eben mal diese ungewöhnliche Herkunft
habt, denn eher als Vorteil oder doch als Nachteil?
> Ich sehe es eher als Nachteil. But that's just me.
Lebt ihr denn heute auch noch in Namibia? Da manche von euch ja deutsch sprechen
– daher auch das Interview auf deutsch – wäre ja zu denken,
dass ihr umgesiedelt seid.
> Wir leben nach wie vor in Windhoek/Namibia.
Ihr werdet unter Umständen auf dem Wacken Open Air spielen, in meinem Infoblatt
steht aber, dass dieser Auftritt noch nicht befestigt ist. Wie ist denn der
aktuelle Stand der Dinge?
Was erwartet ihr euch denn von einer Show bei diesem riesigen Open Air?
> Stimmt. Das ist schon Teil der Planung, aber es ist noch nichts finalisiert.
Ein Auftritt auf dem Wacken Open Air wäre großartig und es ist schon
immer mein Traum gewesen mit Arcana XXII mal bei Euch aufzutreten. Was man aber
auch dazu sagen muß, ist daß man bei einem so großen Festival
aucch leicht untergehen kann bei dem Angebot.
Seid ihr auch schon mal als Gäste in Wacken gewesen? Welche Eindrücke
habt ihr dort gesammelt?
> Korrekt, wir waren vor vier Jahren mal als Gäste dort. Holger Hübner
war so nett und hatte uns den Zugang zur backstage ermöglicht, wo wir viele
Kontakte knüpfen konnten und uns mit etablierten Musikern unterhalten konnten.
Und wie sieht es mit weiteren Live-Auftritten aus? Habt ihr da irgendwas geplant?
Werdet ihr dann auch „Ramses“ spielen? Das ist mein absoluter Lieblingssong.
> Zuerst warten wir ab wie es mit dem aktuellen Album läuft. Die ersten
neuen Song Ideen kursieren auch schon in unseren Köpfen. Freut mich daß
Dir Ramses gefällt. Ist auch eines meiner persönlichen Favoriten.
Dann habe ich am Ende noch eine Frage zu eurem Bandnamen. Was bedeutet XXII?
> Die XXII (22) hat was mit dem Tarot Kartendeck zu tun. Ein "full
house" besteht aus 22 Karten, und heißt so viel ich weiß "Major
Arcana". Aber das sind Fragen die unser Sänger genauer beantworten
kann, haha.
Bin ich der erste, der euch darauf anspricht? Wahrscheinlich nicht, oder?
> Nein.
Gut, wie wird es bei Arcana XXII weitergehen?
> Wie schon gesagt, warten wir Resonanzen zu YFE ab und basteln weiterhin
an neuen Ideen.
Und was erhofft ihr euch diesbezüglich vom neuen Album?
> Es ist noch zu früh genaueres dazu su sagen. Natürlich erhofft
man sich immer eine gewisse Steigerung zum letzten Album.
Hast du dem am Ende noch etwas hinzuzufügen?
> Einfach mal ein Dankeschön fürs Interview und wir finden es
super daß unsere Mucke bei Euch Anklang findet.
Ich sage vielen Dank für das Beantworten der Fragen und gratuliere euch
dazu, der Metal-Szene mal neue Impulse gegeben zu haben, eine echte Seltenheit
heute. Bin gespannt auf die Antworten und hoffe, Euch in Wacken zu sehen. Bis
dahin alles Gute!
> Cheerz and thank you.
gruß
Johan