„Nomans Land/Thrudvangar“
„s/t“ (Split Pic 7“EP) (Einheit) - Metalmessage
Januar 2008
Was die irischen Heiden-Dunkelmetaller Plagued in klangstarker Kollaboration
mit dem ostdeutschen Epic Battle Metal-Kommando Trimonium kürzlich vollzogen,
findet nun seine Formats-Fortsetzung. Diesmal geben sich die begnadeten russischen
Viking Metal-Spezialisten Nomans Land brüderlich mit den ebenfalls aus
dem Osten Deutschlands stammenden Wikingermetallern Thrudvangar die Ehre – für
eine weitere Vinyl-Bildplatten-Veröffentlichung im Sieben-Zoll-Abmaß aus
den Hallen von Einheit Produktionen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte
ich zwar die Verwendung von passend stimmigen beziehungsweise altertümlich
anmutenden Motiven für diese feine Bildplatte angeordnet, doch auch die
Gruppenportraits der zwei hier beteiligten Horden machen sich nicht schlecht.
Und steuerten Nomans Land auf ihrem letzten Langspielwerk „Raven Flight“ deutlich
registrierbar in massentauglich-trendgerechte Viking Metal-Standardgefilde,
so kehrte die Mythentruppe für das hier vertretene Lied „Nornorheim“ wieder
zurück zu den guten alten Zeiten – und zwar denen, in welchen erzheroische
Chorklargesänge im kreativen Reich dieser Russen vorherrschten. Sehr gut,
sage ich, und das freut mich als Verehrer ihrer ersten beiden Platten doch
sehr. „Nornorheim“ kann ohnehin vollauf überzeugen – die
kernigen Melodieführungen dieses machtvoll episch angelegten Kämpferstückes
reflektieren die frühen Wurzeln der hier wieder hocheffizient vorgehenden
Sankt Petersburger Schwertbrüder bestens. Höchst anspruchsvolle Spieltechniken
als auch sehr wichtige Impulse sind da zutiefst genussvoll zu hören, und
in kürzester Zeit findet der Hörer vollen Zugang zum tiefnordisch
beseelten Geist dieser höchst hörenswerten Komposition. Hört
sich glatt so an, als würde frisches Blut in den Adern dieser begabten
Routiniers fließen.
Aber auch Thrudvangar laufen auf dieser zwar so kleinformatigen,
aber musikalisch so großartigen Bildplatte zu absoluter Hochform auf – und
liefern mit „Im Zeichen des Hammers“ ein mordsstarkes Stück
Viking Metal ab. Eine gesteigerte Entwicklung zeigen die Sachsen-Anhaltiner
gar auf – und
das sowohl in Sachen Arrangierungskunst als auch in spieltechnischer und sogar
melodischer Hinsicht. Die beeindruckend treibend inszenierten Epikerklänge
auf diesem kompositorischen Feuerwerk der harschen Notenkunst „Im Zeichen
des Hammers“ sind von einnehmender Wirkung. Das schön treibend umgesetzte
Lied entstammt zweifellos einmal mehr beflissen werkenden Musikerseelen – die
von ihrer Sache bis ins Mark besessenen sind. Thrudvangar betören ihre
ergebenen Anhänger durch druckvoll anmutende Viking Metal-Klangvielfalt,
denen der Köthener Drachenboot-Trupp trotz aller offenbarten Härte
herrlich kriegerisch klingenden Melodienreigen injiziert. Das Ganze wurde mit
unendlich viel Liebe gemacht, alle beteiligten Instrumentalisten geben auf
dieser Vinyl-Bildplatten-Veröffentlichung ihr Allerbestes. Ein wahrer
Schatz für jede ernsthafte Viking Metal-Sammlung.
©
Markus Eck
(04.01.2008)